Covid-19-Impfung: Arm mit Spritze | picture alliance / SvenSimon

Dritte Dosis für Risikogruppen Auffrischungsimpfungen sollen bald kommen

Stand: 01.08.2021 18:41 Uhr

Für besonders gefährdete Risikogruppen könnte es schon bald eine Corona-Auffrischungsimpfung geben. Entsprechende Pläne sollen am Montag auf der Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen werden.

Das Bundesgesundheitsministerium schlägt für bestimmte Gruppen mit besonderem Risiko für eine Corona-Infektion Auffrischimpfungen mit einem mRNA-Vakzin bereits ab September vor. Eine entsprechende Beschlussvorlage, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, soll bereits am Montag beim Treffen der Gesundheitsministerinnen- und minister von Bund und Ländern verabschiedet werden.

"Die Länder bieten im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge ab September 2021 mit mobilen Teams in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen eine Auffrischimpfung an", heißt es in der Vorlage. Menschen außerhalb solcher Einrichtungen sollen über ihre Haus- und Fachärztinnen und -ärzte Drittimpfungen wahrnehmen können. Außerdem soll allen schon vollständig geimpften Bürgerinnen und Bürgern, die mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, eine weitere Impfung mit dem Vakzin von BioNTech angeboten werden.

Der Hintergrund: Erste Studienergebnisse wiesen darauf hin, dass es bei bestimmten Gruppen zu einem verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung kommen könne. Gemeint sind immungeschwächte Patientinnen und Patienten, sehr alte Menschen und Pflegebedürftige.

Impfangebot auch für Kinder und Jugendliche

Geplant sind außerdem Impfangebote für Zwölf- bis 17-Jährige. Sie sollen ab sofort die Vakzine von BioNTech und Moderna in Impfzentren erhalten können, aber auch durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie im Rahmen der Impfung von Angehörigen in Betrieben. "Für die Gruppe der jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen die Länder strukturierte, niedrigschwellige Angebote an den jeweiligen Lernorten", heißt es in der Beschlussvorlage.

Politik umgeht die STIKO

Die Ministerinnen und Minister umgehen damit die Ständige Impfkommission (STIKO), die Impfungen für Jugendliche bisher nicht generell empfiehlt, sondern auf Risikofälle begrenzt. Allerdings rät sie auch nicht direkt von Impfungen ab. Andere Behörden, etwa die EU-Arzneimittelbehörde EMA, haben die Impfstoffe für Jugendliche bereits zugelassen - entsprechend hoch ist der politische Druck auf die STIKO. Bund und Länder begründen ihren Vorstoß nun auch damit, dass die Impfung der Kinder und Jugendlichen "maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen" könne.

Aktuell liegt die Quote der Erstimpfungen in Deutschland insgesamt bei rund 62 Prozent der Bevölkerung, gut 52 Prozent sind vollständig geimpft. Bei den unter 18-Jährigen haben etwa 20 Prozent mindestens eine Impfung erhalten und knapp zehn Prozent einen vollständigen Impfschutz.

Mit Informationen von Killian Pfeffer, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. August 2021 um 15:21 Uhr.

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Moderation 01.08.2021 • 22:52 Uhr

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