Ein Schild mit der Aufschrift «Asyl» hängt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber (LEA) an einer Wand. | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge in Deutschland Asylanträge werden schneller bearbeitet

Stand: 23.08.2018 15:46 Uhr

Die Zahl der registrierten Asylbewerber geht weiter zurück - dementsprechend sinken die staatlichen Ausgaben für sie. Die durchschnittliche Bearbeitung von Asylanträgen hat sich inzwischen verkürzt.

Inzwischen müssen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, nicht mehr ganz so lange auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine aktuelle Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Danach vergingen im zweiten Quartal dieses Jahres zwischen der Antragstellung und der Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Durchschnitt etwa sieben Monate. Im ersten Quartal dauerten die Verfahren noch rund neun Monate. 2017 hatten Asylbewerber durchschnittlich fast elf Monate auf eine Entscheidung warten müssen.

Zahl zum zweiten Mal in Folge gesunken

Schriftzug des Antrags auf Asyl
galerie

Inzwischen müssen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, nicht mehr ganz so lange auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warten.

Im vergangenen Jahr haben deutlich weniger Asylbewerber in Deutschland staatliche Gelder bekommen. Ende 2017 bezogen etwa 468.000 Personen sogenannte Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das sind 36 Prozent weniger als 2016.

Damit sank die Zahl zum zweiten Mal in Folge merklich. Insgesamt hat Deutschland im vergangenen Jahr 5,9 Milliarden Euro brutto für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ausgegeben.

Zwei Drittel der sogenannten Regelleistungsempfänger waren männlich und ein Drittel weiblich. Fast 30 Prozent waren noch nicht volljährig, knapp 70 Prozent im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und etwa ein Prozent 65 Jahre oder älter. Die meisten Bezieher stammen aus dem asiatischen Raum, insbesondere Afghanistan, Irak und Syrien. Etwa 22 Prozent kamen aus Afrika und 20 Prozent aus Europa.

Die meisten kommen aus Südeuropa

Seit Januar haben deutsche Sicherheitsbehörden knapp 74.000 Migranten erfasst, die zuvor bereits in einem anderen EU-Staat registriert waren oder dort Asyl beantragt haben. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der FDP-Fraktion hervor.

Unter den Migranten waren demnach fast 61.000 Personen, die in der europäischen Asyldatenbank Eurodac schon mit einem Asylantrag verzeichnet waren. Von ihnen kamen mehr als 25.600 kamen aus Griechenland, Italien oder Spanien. Weitere 12.800 Menschen wurden bereits in einem anderen EU-Land registriert, haben aber dort noch keinen Asylantrag gestellt.

Dem Dublin-Abkommen zufolge ist für Flüchtlinge das Land zuständig, in dem die Menschen das erste Mal EU-Boden betreten haben. Mit Griechenland und Spanien hat die Bundesregierung vor kurzem Abkommen über die Rücknahme von Migranten geschlossen, Vereinbarungen mit weiteren EU-Staaten sollen folgen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. August 2018 um 10:15 Uhr.

Darstellung: