Eine ältere Frau sucht passende Knöpfe zu einem Stoff aus | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Bevölkerungsforschung Frauen und Ältere gegen Arbeitskräftemangel

Stand: 26.09.2019 17:31 Uhr

In den kommenden Jahren gehen immer mehr Menschen aus der "Babyboomer"- Generation in Rente. Entgegen der Prognosen gibt es jedoch laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Hoffnung für den Arbeitsmarkt.

Derzeit arbeiten in Deutschland etwa 45 Millionen Menschen. Schon jetzt ist in Deutschland jeder Fünfte älter als 65. Und in den kommenden Jahren erreichen auch die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, das Rentenalter. Doch die Folgen scheinen längst nicht so dramatisch zu sein, wie es manche prognostizieren. Das sagen Experten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB).

Laut Statistiken arbeiten bereits immer mehr Frauen und ältere Menschen. Würde es dabei bleiben oder sich ihre Arbeitszeit weiter erhöhen, könnte der zu erwartende Arbeitskräftemangel aufgefangen werden. Zu diesem Schluss kommt das BiB, das die Trends der letzten zehn Jahre für die Zukunft hochgerechnet hat.

Sebastian Klüsener vom BiB erklärte bei tagesschau 24, dass sich der demografische Wandel nach den Berechnungen des Instituts nicht so dramatisch auswirken werde wie befürchtet. Insbesondere die Zahl der Menschen, die zwischen 60 und 64 arbeiteten, sei in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen.

Sebastian Klüsener, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, über Demographie und den Arbeitsmarkt
tagesschau24, 26.09.2019

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Nach den Statistiken waren 2004 rund 25 Prozent aller Menschen zwischen 60 und 64 Jahre erwerbstätig, 2017 stieg deren Anteil auf 58 Prozent. Im Schnitt arbeitete eine Person in diesem Alter vor zwei Jahren 21,6 Stunden je Woche, 2004 waren es nur 11,2. Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei den 65- bis 67-Jährigen und bei Frauen.

Diese tragen den Angaben zufolge vor allem durch mehr Teilzeitarbeit zum steigenden Arbeitsvolumen bei. Dieses betrug 2004 noch 1,29 Milliarden Wochenarbeitsstunden, 2017 lag es bereits bei 1,45 Milliarden. Schreibt man alle Faktoren zusammen fort, könnte bis 2030 die Zahl der Wochenarbeitsstunden mit 1,44 Milliarden das Niveau von 2017 erreichen, errechnete das BiB.

Frauen im Osten arbeiten länger in der Woche

Klüsener wies darauf hin, dass Frauen im Osten rund fünf Stunden mehr pro Woche arbeiteten als Frauen im Westen der Bundesregierung. Die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie sei allerdings im Osten auch mehr gegeben. Er forderte die Politik auf, zum Beispiel im Westen mehr Kindergartenplätze zu schaffen oder die Pflege von Angehörigen zu verbessern, damit Frauen die Gelegenheit bekämen, bei den Arbeitsstunden "nachzuziehen". Zudem sei festzustellen, dass immer mehr Männer ihre Kinder betreuen möchten.

BiB: Bessere Bildung, mehr Arbeitsstunden

Auch der Bildungsgrad hat nach Angaben von Klüsener Einfluss auf die Arbeitszeit. Es sei zu beobachten, dass die Zahl der Wochenstunden in Abhängigkeit vom Bildungsgrad stehe: Je höher der Bildungsgrad, je mehr Wochenarbeitsstunden. Während heute nur 26 Prozent der 60- bis 64-Jährigen über einen höheren Bildungsabschluss verfügen, wird dieser Wert laut BiB in 20 Jahren bei 29 Prozent und in 30 Jahren bei 34 Prozent liegen.

Das BiB empfahl Politik und Wirtschaft deshalb, in lebenslange Bildung und Qualifizierungen auch für Zuwanderer zu investieren sowie generell die Gesundheit vor allem älterer Erwerbstätiger zu fördern und Arbeitsplätze altersgerecht zu gestalten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. September 2019 um 15:00 Uhr.

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