Polizisten suchen die ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München ab | Bildquelle: dpa

Bahn-Anschläge Iraker soll vier Taten geplant haben

Stand: 29.03.2019 14:49 Uhr

Der verhaftete terrorverdächtige Iraker soll vier Anschläge auf die Bahn geplant haben. Es gehe um drei Fälle in Bayern und einen in Berlin, so das LKA. In dem Zusammenhang will Tschechien zwei weitere Verdächtige ausliefern.

Die Ermittler werfen dem verhafteten terrorverdächtigen Iraker vor, vier Anschläge auf Bahnstrecken in Berlin und Bayern geplant zu haben. Das sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes der Deutschen Presse-Agentur. Bisher war von zwei Anschlägen berichtet worden.

"Wir gehen davon aus, dass es drei Taten zu verschiedenen Zeiten am selben Tatort waren", sagte der Sprecher über die Vorfälle im mittelfränkischen Allersberg. Wann das genau gewesen sein soll, müsse aber noch ermittelt werden. Die andere Tat war in Berlin geplant.

Bei den geplanten Anschlägen im Oktober und Dezember sollten Züge zum Entgleisen gebracht werden - durch quer über die Schienen gespannte Stahlseile. Verletzt wurde niemand. Dem Sprecher zufolge gehen die Ermittler auch zwei Fällen mit Holz- und Eisenteilen nach. Dabei soll der Täter Keile gebaut haben. Letztlich habe er aber wohl Konstruktionsfehler begangen, weshalb der Zug nicht entgleist sei, hieß es. Kriminaltechnische Untersuchungen deuteten darauf hin, dass es sich um denselben Täter handeln könnte.

Der 42-jährige Iraker, der offenbar mit der Terrormiliz Islamischer Staat sympathisiert, war am Montag in Wien festgenommen worden. Ihm droht lebenslange Haft.

Tschechien liefert zwei weitere Verdächtige aus

Im Zusammenhang mit den geplanten Anschlägen will Tschechien zwei Terrorverdächtige aus dem Irak an Österreich ausliefern. Das entschied ein Gericht in Prag. Dem 30 Jahre alten Mann und der drei Jahre jüngeren Frau werden Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Finanzierung von Terrorismus vorgeworfen.

Medien berichten, dass der Iraker und die Irakerin nach einem eintägigen Aufenthalt in Prag nach Wien weiterreisen wollten. Hinweise zu persönlichen Verbindungen der beiden nach Tschechien gibt es nicht. Kritisiert wurden die tschechischen Behörden. Sie hatten offenbar erst nach den Aussagen Kickls in Wien über die Festnahmen informiert.

Sie sollen nach Darstellung des österreichischen Innenministers Herbert Kickl mit dem in Wien festgenommenen Iraker eine "Terrorzelle" gebildet haben. Das österreichische Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hatte die beiden Beschuldigten mit einem europäischen Haftbefehl gesucht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. März 2019 um 17:00 Uhr.

Darstellung: