Eine Hand legt eine Banane in eine Plastiktüte. | Bildquelle: dpa

Plastiktüten Aldi nimmt künftig 1 Cent für Obsttüten

Stand: 11.06.2019 16:21 Uhr

Im Kampf gegen Plastikmüll ergreift der Discounter Aldi eine weitere Maßnahme. Wie der Konzern bestätigte, sollen dünne Tüten künftig einen Cent kosten. Die Deutsche Umwelthilfe spricht von "Symbolpolitik".

Aldi-Kunden, die für ihr loses Obst und Gemüse eine der dünnen Plastiktüten verwenden wollen, müssen dafür künftig zahlen. Wie der Konzern bekannt gab, wird dafür in Zukunft ein "symbolischen Cent" verlangt. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Umwelthilfe verlangt 22 Cent

Doch reicht ein Cent aus, um Verbraucher zum Umdenken zu bewegen? Die Deutsche Umwelthilfe glaubt das nicht. Sie nennt den Schritt von Aldi "Symbolpolitik" und "Effekthascherei". Um den massenhaften Verbrauch zu stoppen, müssten die Tüten "mindestens 22 Cent" kosten. Auf diesen Betrag kommt die Organisation mit einem Blick auf Irland. Dort wurden 22 Cent für Tüten verlangt. Danach sank der Verbrauch von 328 auf 14 Stück pro Kopf und Jahr.

Aus Sicht der Umwelthilfe wäre es darüber hinaus wichtig, auch auf Obst- und Gemüsetüten aus Bioplastik und Papier eine Abgabe zu verlangen. Als Alternative schlägt die Organisation Mehrwegnetze vor.

Plastik beim Verbraucher immer unbeliebter

Aldi reagiert mit dem Plastiktüten-Cent auf die wachsende Kritik an zu viel Plastik in den Geschäften. Der Verbrauch der dünnwandigen Obst- und Gemüsetüten, auch "Hemdchen-" oder "Knotentüten" genannt, lag laut Bundesumweltministerium im vergangenen Jahr bei mehr als drei Milliarden - das entspricht im Schnitt 37 Tüten pro Verbraucher.

Das sind zwar weniger Tüten als 2017, jedoch mehr als 2015 und 2016. Hintergrund: Seitdem sind dickwandige Tüten kostenpflichtig. Viele Kunden sind also umgestiegen und benutzen die dünnen Tüten als Ersatz.

Eine Unternehmenssprecherin erklärte, die Erfahrungen belegten, dass die Bepreisung der Plastiktaschen Verbraucher zum Umdenken bewegt habe. Einen ähnlichen Erfolg erhoffe sich der Discounter nun von dem "symbolischen Cent" für die Einwegtüten im Obst- und Gemüsebereich.

Alternativen zu Plastik

Aldi hofft nun, dass andere Händler nachziehen und ebenfalls Geld für die dünnen Tüten verlangen. "Denn nur durch eine branchenweite Lösung können wir bei der Reduzierung der Plastiktüte einen großen Schritt nach vorne machen", so die Sprecherin.

Zudem plant der Discounter offenbar, die Beutel vom Sommer an aus Bioplastik herstellen zu lassen, und im Herbst soll es dann auch bei Aldi wiederverwertbare Netze im Angebot geben - so wie jetzt schon bei mehreren Wettbewerbern. Die Supermarktkette Real kündigte kürzlich an, die dünnen Plastiktüten vom kommenden Jahr an gegen Papierbeutel auszutauschen. Allerdings ist auch deren Ökobilanz umstritten.

Auch Bioplastik ist nicht unumstritten. So warnte die FDP-Umweltexpertin Judith Skudelny vor einem "unbedachten Einsatz" von Alternativen. Zuckerrohr für Bioplastik komme aktuell vor allem aus Brasilien, Indien und China. Wenn die Nachfrage nach Zuckerrohr steige, hätte das Einfluss auf die Landnutzung und fördere indirekt Regenwaldabholzung und Artensterben, so Skudelny.

Papierverpackungen sind nicht umweltfreundlich
Morgenmagazin, 11.06.2019

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Juni 2019 um 11:30 Uhr.

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