Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Verteidigungsministerin, steht beim Besuch der Bundeswehrsoldaten im internationalen Millitärlager Camp Taji im Irak neben dem deutschen Kontingentführer, Bundeswehroberst Jörg Wellbrink (M). | Bildquelle: dpa

Kramp-Karrenbauer im Irak Die Feuertaufe

Stand: 21.08.2019 04:53 Uhr

Die neue Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer informiert sich bei den Bundeswehr-Soldaten im Irak über den Anti-IS-Einsatz. Die von ihr geforderte Mandatsverlängerung ist ihre erste Bewährungsprobe.

Von Nina Barth, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Bagdad

45 Grad im Schatten, während der Autofahrten müssen Annegret Kramp-Karrenbauer und ihre Begleiter über zehn Kilo schwere Schutzwesten tragen. Die äußeren Bedingungen in Bagdad sind kräftezehrend. Kramp-Karrenbauer lässt sich nichts anmerken, absolviert Termin nach Termin. Das Interesse an der neuen Verteidigungsministerin ist groß, Klicks von vielen Kameras begleiten sie auf ihrem ersten Truppenbesuch. Es entstehen Bilder der neuen Verteidigungsministerin vor einem Tornado in Jordanien oder umringt von deutschen Soldaten nahe Bagdad.

Selbstverständlich weiß Kramp-Karrenbauer, die mögliche künftige Kanzler-Kandidatin genau, dass viele beobachten, wie sie sich als neue Verteidigungsministerin schlägt. Wie es sich anfühlt, zum ersten Mal als Verteidigungsministerin auf Truppenbesuch zu sein?

"Das fühlt sich sehr spannend an. Man bekommt sozusagen eine leise Ahnung davon, unter welchen Bedingungen unsere Soldatinnen und Soldaten hier ihren Dienst verrichten. Das macht mir deutlich, dass sie zum Beispiel für diesen Dienst noch mehr Anerkennung verdient haben."

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin, über eine mögliche Verlängerung des Irak-Einsatzes
Morgenmagazin, 21.08.2019

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Mandat bis Ende Oktober

Kramp-Karrenbauer unterhält sich mit den Soldaten - nicht nur, wenn die Kameras an sind. Sie wirkt ehrlich interessiert und dabei sehr nahbar, sie fremdelt nicht mit den Soldaten. Aber es könnte schon bald mit Bundeswehrsoldaten im Irak und in Jordanien vorbei sein. Die Beteiligung am Anti-IS-Einsatz steht auf der Kippe. Ende Oktober läuft das Mandat aus. Große Teile der SPD wollen es nicht verlängern. Aus Sicht von Kramp-Karrenbauer wäre das ein Fehler:

"Wir stehen jetzt an einem Punkt, an dem sich entscheiden wird, ob die Erfolge gegen den IS sozusagen nachhaltig gestaltet werden können, ja oder nein."

Hoffnung auf weiteres deutsches Engagement

Sie hat viele Gespräche geführt - mit dem jordanischen König zum Beispiel oder im Irak mit dem Premierminister und dem Staatspräsidenten. Alle wollen, dass die Deutschen bleiben:

"Es ist eher der irakischen Seite schwer zu erklären, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass der Einsatz fortgesetzt wird. Sondern dass es parlamentarisch entschieden werden muss. Insofern hoffe ich sehr, dass die Eindrücke, auch die Argumente in Jordanien aber auch hier im Irak mit dazu beitragen, dass genügend Argumente zusammenkommen, um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, dass Deutschland in dieser Region weiter engagiert bleibt."

Argumente hat SPD-Verteidigungsexpertin Siemtje Möller, die Kramp-Karrenbauer mit drei weiteren Bundestagsabgeordneten bebgleitet, viele gehört. Und trotzdem bleibt sie skeptisch, vor allem was den Einsatz im Irak angeht:

"Was ich im Irak bisher gehört habe, ist der große Wunsch nach Wiederaufbau. Und das ist eigentlich so ein bisschen das, was sich für mich auch heute noch darstellt. Inwiefern ist es tatsächlich militärisch notwendig, dass wir hier präsent sind? Kann man das nicht besser machen?"

Mandat für Anti-IS-Einsatz ihre erste Bewährungsprobe

Kramp-Karrenbauer wird Kompromisse eingehen müssen. In seiner jetzigen Form hat das Mandat kaum eine Chance. Obwohl auch der stellvertretende Kommandeur des internationalen Anti-IS-Einsatzes, der britische General Ghika, an die Deutschen appelliert, zu bleiben:

"Egal, ob es die Aufklärungsflüge der Tornados sind oder die Ärzte, die Leben retten, die Ausbilder, die Iraker schulen oder ob es die Soldaten hier im Hauptquartier sind, die uns helfen. Die deutsche Beteiligung ist fundamental wichtig - und die Koalition hier wäre ein Verlust und würde uns zurückwerfen."

Kramp-Karrenbauer wird im Irak nun auch noch Gespräche in Erbil führen und auch dort Soldaten treffen. Sie will verhindern, dass die deutsche Beteiligung am Anti-IS-Einsatz endet. Und wenn man so will, ist das ihre erste echte Bewährungsprobe als neue Verteidigungsministerin.

Kramp-Karrenbauer im Irak: So schlägt sich die neue Verteidigungsministerin
Nina Barth, ARD Berlin zzt. Bagdad
21.08.2019 05:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 21. August 2019 um 06:14 Uhr.

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Nina Barth, SWR

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