Deutsche Soldaten nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan auf dem Flugplatz in Wunstorf. | via REUTERS

Afghanistan-Rückkehrer Großer Zapfenstreich am Reichstagsgebäude

Stand: 13.07.2021 17:56 Uhr

Im Streit über eine angemessene Würdigung der zurückgekehrten Afghanistan-Soldaten ist eine Lösung gefunden: Ende August wird es einen Appell im Bendlerblock geben - und einen Großen Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Der Streit um den richtigen Rahmen für den fast zwei Jahrzehnte währenden Einsatz am Hindukusch ist entschieden: Sollten die Soldatinnen und Soldaten im Verteidigungsministerium gewürdigt werden oder doch eher vor dem Reichstag - darum drehte sich die Debatte in den letzten Tagen. Nun bekommt die Bundeswehr beides.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

Im Bendlerblock und vor dem Reichstagsgebäude

Am 31. August soll es nun zunächst ein Gedenken am Ehrenmal der Bundeswehr geben, gefolgt von einem Appell im Bendlerblock, bei dem auch Bundespräsident Steinmeier reden wird. Anschließend wechselt der Schauplatz: Einem Empfang von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble folgt als krönender Abschluss der Große Zapfenstreich - also das höchste militärische Zeremoniell - vor dem Reichstagsgebäude.

Zuletzt waren gerade aus dem Bundestag, aber auch vom Bund Deutscher Einsatzveteranen die Forderungen unüberhörbar geworden, eine Ehrung vor dem Reichstagsgebäude abzuhalten. Schließlich handle es sich bei der Bundeswehr um eine Parlamentsarmee, die vom Bundestag in Einsätze geschickt werde.

Debatte über würdigen Umgang mit Rückkehrern

Bereits kurz nach der Rückkehr der letzten Afghanistan-Einheiten war eine Debatte über den würdigen Umgang mit den Soldatinnen und Soldaten entbrannt: Bei der sogenannten 'stillen Ankunft' der Heimkehrenden im niedersächsischen Wunstorf am 30. Juni war kein Politiker zur Stelle, um sie in Empfang zu nehmen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer befand sich zu dem Zeitpunkt in den USA.

Kritik an Kramp-Karrenbauer

Die CDU-Politikerin wehrte sich gegen Kritik mit dem Hinweis darauf, dass man mit der sogenannten "stillen Rückkehr" lediglich dem ausdrücklichen Wunsch der Truppe nachgekommen sei. Die Soldatinnen und Soldaten hätten so schnell wie möglich zu ihren Familien nach Hause gewollt. Kramp-Karrenbauer hatte aber auch zugesagt, der 20 Jahre währende Einsatz werde gewürdigt. Dies soll nun - in noch größerem Rahmen als ursprünglich geplant - am 31. August geschehen.

Über dieses Thema berichtete am 13. Juli 2021 tagesschau24 um 17:00 Uhr und MDR Aktuell um 17:39 Uhr.