Ein Airbus A400 der Luftwaffe nach der Landung in Taschkent (Archivbild). | via REUTERS

Afghanistan-Einsatz beendet Bundeswehr bringt Soldaten zurück

Stand: 27.08.2021 06:47 Uhr

Nach dem Ende der deutschen Luftbrücke in Afghanistan werden am Nachmittag die Bundeswehr-Soldaten wieder in Deutschland erwartet. Die Rettung der zurückgelassenen Ortskräfte soll weiter Priorität haben.

Der deutsche Evakuierungseinsatz am Flughafen Kabul ist beendet, am Nachmittag werden die Einsatzkräfte der Bundeswehr in Deutschland erwartet. Um 16 Uhr sollen die etwa 600 Soldatinnen und Soldaten, die am Einsatz beteiligt waren, auf dem Militärflugplatz in Wunstorf empfangen werden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Empfangen werden sie von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalinspekteur Eberhard Zorn, der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Eva Högl, sowie weiteren Politikerinnen und Politikern.

Letzte Maschine in der Nacht in Frankfurt gelandet

Kurz vor ein Uhr morgens war die letzte Maschine mit Geflüchteten am Frankfurter Flughafen gelandet. Eine Verlängerung der Luftbrücke sei aufgrund der Sicherheitslage in Kabul nicht möglich gewesen, twitterte das Verteidigungsministerium. Man werde sich aber weiter um die verbliebenen zu Schützenden kümmern.

An der Rettungsoperation in Kabul seien Fallschirmjäger, Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Feldjäger, Krisenunterstützungsteams, Sanitäter, Angehörige der Luftwaffe und weitere Spezialistinnen und Spezialisten der Bundeswehr in Deutschland, in Taschkent und am Flughafen in Kabul im Einsatz gewesen.

Deutschland beteiligte sich seit dem 16. August neben weiteren Nationen daran, deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, afghanische Ortskräfte und deren Familien, sowie weitere Schutzbedürftige in Sicherheit zu bringen.

Insgesamt fast 5400 Menschen ausgeflogen

Kramp-Karrenbauer zufolge hat die Bundeswehr insgesamt 5347 Menschen, darunter mehr als 4000 Afghanen und rund 500 Deutsche, über die Luftbrücke zunächst nach Taschkent und weiter nach Deutschland ausgeflogen. Kramp-Karrenbauer sagte, auch nach dem Ende der Evakuierungsoperation bleibe Deutschland in der Verantwortung für die Menschen, die nicht mehr ausgeflogen werden konnten. "Für sie ist das Ende dieser Luftbrücke der Moment größter Sorge", sagte sie. Ihre Aufnahmezusagen blieben gültig.

Der Flughafen von Kabul war gestern von zwei Explosionen im Umfeld des Geländes erschüttert worden, mehr als 60 Menschen wurden getötet. Die Anschläge hätten deutlich gemacht, "dass eine Verlängerung der Operation in Kabul nicht möglich war", sagte Kramp-Karrenbauer. Die Sicherheitslage und die Entscheidung der Taliban, die militärischen Evakuierungen nach dem 31. August nicht mehr zu dulden, würden das nicht ermöglichen.

Maas: Hilfsaktion geht in eine neue Phase

Auch Außenminister Heiko Maas zufolge arbeitet die Bundesregierung daran, Ausreisemöglichkeiten für verbliebene Ortskräfte und besonders gefährdete Menschen zu schaffen. "Die militärische Evakuierung ist nun beendet. Aber unsere Arbeit geht weiter - und zwar solange, bis alle in Sicherheit sind, für die wir in Afghanistan Verantwortung tragen."

Die Hilfsaktion gehe nun in eine neue Phase. Man stehe weiter in direktem Kontakt mit den in Afghanistan verbliebenen deutschen Staatsangehörigen. Um eine Ausreise zu ermöglichen, führe man Gespräche mit verschiedenen Partnern und auch mit den Taliban. Dabei gehe es unter anderem um den Weiterbetrieb des Flughafens.

Maas machte klar, dass man sich auch weiter darum kümmern werde, dass Afghaninnen und Afghanen das Land verlassen können. Botschaften in den Nachbarstaaten hätten die Anweisung, allen ehemaligen Mitarbeiten von Bundeswehr und Bundesministerien, die bereits eine Aufnahmegenehmigung haben, Einreisepapiere zu erteilen. Auch für andere besonders gefährdete Afghanen werde eine "Ausreiseperspektive" geschaffen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. August 2021 um 19:00 Uhr.