Papierfahnen mit dem AFD-Logo liegen auf einem Tisch | dpa

Erstmals seit fünf Jahren Mitgliederschwund bei der AfD

Stand: 25.01.2021 15:23 Uhr

Die Zahl der AfD-Mitglieder ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 zurückgegangen. Die Partei habe einerseits Mitgliedschaften beendet. Andererseits könnten womöglich auch interne Streitigkeiten Mitglieder vertrieben haben.

Die Zahl der AfD-Mitglieder ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 gesunken. Wie ein Partei-Sprecher mitteilte, hatte die "Alternative für Deutschland" zu Beginn dieses Jahres etwa 32.000 Mitglieder. Vor einem Jahr gehörten seinen Angaben zufolge noch 34.750 Menschen der AfD an.

Teilweise erklärt sich der Mitgliederschwund laut AfD durch eine Bereinigung der Kartei. "Etwas über 1400 der Nettoverluste resultieren aus Beendigung der Mitgliedschaft durch die AfD aufgrund Nichtzahlung der Beiträge", sagte AfD-Sprecher Peter Rohling. Dies sei die "erste richtige Flurbereinigung" seit Gründung der Partei im Jahr 2013 gewesen.

Interne Verwerfungen nach Kalbitz-Ausschluss

Inwieweit auch die Eskalation der internen Flügelkämpfe im vergangenen Jahr eine Rolle spielt, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Allerdings hatte die Auseinandersetzung um den Rauswurf des früheren Brandenburger AfD-Landeschefs Andreas Kalbitz im vergangenen Jahr zu erheblichen Verwerfungen in der Partei geführt. Kalbitz gehörte dem formal inzwischen aufgelösten "Flügel" der Partei an, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird.

Die AfD hatte über Jahre kontinuierlich Mitglieder hinzu gewonnen. Lediglich im Jahr 2015 zeigte die Kurve nach unten. Im Sommer des Jahres hatte der abgewählte Vorsitzende Bernd Lucke gemeinsam mit mehreren Tausend AfD-Mitgliedern, die sich mehrheitlich als wirtschaftsliberal und bürgerlich-konservativ bezeichnen, der der Partei den Rücken gekehrt. Sie gründeten eine eigene Partei, die heute Liberal-Konservative Reformer (LKR) heißt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2021 um 09:00 Uhr.