Björn Höcke, AfD-Landesvorsitzender Thüringen | REUTERS

Machtkampf in der AfD Vorstand will "Flügel"-Auflösung

Stand: 20.03.2020 16:16 Uhr

Die AfD versucht, den rechtsextremen "Flügel" loszuwerden. In einem Beschluss fordert der Parteivorstand nun die Auflösung der Gruppierung. Prominentester "Flügel"-Vertreter ist Björn Höcke.

Im "Flügel" haben sich mehrere AfD-Mitglieder mit extremen Haltungen versammelt. Das wird zunehmend für die gesamte Partei zum Problem. Deshalb hat der Vorstand der Partei nun eine Auflösung der Gruppierung gefordert: "Der Bundesvorstand erwartet als Ergebnis des morgigen 'Flügel'-Treffens eine Erklärung darüber, dass sich der informelle Zusammenschluss 'Flügel' bis zum 30.04.2020 auflöst", heißt es in einem Beschluss, den die Parteispitze verabschiedete.

Der Beschluss fiel nach Angaben aus Parteikreisen mit elf Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einer Nein-Stimme. Eingebracht hatten den Antrag am Ende Jörg Meuthen, Tino Chrupalla, Alice Weidel, Beatrix von Storch und Carsten Hütter.

Neben dem Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke gilt Brandenburgs AfD-Landeschef Andreas Kalbitz als wichtigste Führungspersönlichkeit des "Flügels". Kalbitz ist Mitglied des Bundesvorstandes und nahm den Angaben zufolge an der Sitzung teil.

"Flügel" wird beobachtet

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte vergangene Woche erklärt, dass der rechtsextreme "Flügel" der AfD nun beobachtet werde. Der "Flügel" sei eine "erwiesen extremistische Bestrebung", die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richte.

Etliche parteiinterne Kritiker des "Flügels" befürchten, dass die gesamte AfD demnächst vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft werden könnte. Sie argumentieren, da der "Flügel" keine formale Mitgliedschaft kenne, sei die Abgrenzung zur Gesamtpartei schwierig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2020 um 20:00 Uhr.