Wahlplakate für die Europawahlen | Bildquelle: picture alliance / Frank May

Europawahl Mühsames Geschäft Straßenwahlkampf

Stand: 28.04.2019 09:15 Uhr

Vier Wochen sind es noch bis zur Europawahl. Viele Parteien sprechen von einer Schicksalswahl, doch das Interesse der Bürger ist noch ausbaufähig. Projekte mit konkretem Nutzen könnten helfen.

Von Christian Feld, ARD-Hauptstadtstudio

"Guten Tag, ich bin Arne Lietz, SPD-Kandidat für die Europawahl." - Weiter kommt er häufig nicht. Manche nehmen wenigstens noch den Flyer mit, viele gehen einfach wortlos weiter. Gegen Mittag hat Lietz seinen blauen Sonnenschirm mit den Europa-Sternen vor einem Supermarkt in Landsberg bei Halle (Saale) aufgebaut. Lietz sitzt für die SPD im Europaparlament. Jetzt ist er auf Europawahltour: 100 Termine in Sachsen-Anhalt - auf Marktplätzen und Bauernhöfen, in Seniorenheimen und Kirchen.

"Mir ist es wichtig, Europa zu erklären - vor Ort zu sein", sagt der Kandidat. Erklären ist ein Wort, das er oft benutzt. Um überhaupt erstmal mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, hat er eines immer dabei: Eine Stellwand, an der eine Europakarte befestigt ist. Lietz will wissen, wo die Menschen schon in Europa waren, was sich seit dem Mauerfall geändert hat. So kommen Gespräche über die Reisefreiheit zustande. Im besten Fall ist das der Ausgangspunkt für eine längere Diskussion.

Europa-Ideen im Schlagabtausch: Streitgespäch zwischen Franziska Keller, Europa-Spitzenkandidatin B'90/Grüne und Maximilian Krah, Europa-Kandidat der AfD
Bericht aus Berlin, 28.04.2019

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Der SPD-Mann aus Sachsen-Anhalt ist sich bewusst, dass der klassische Straßenwahlkampf wie hier vor dem Supermarkt ein mühsames Geschäft sein kann. Doch manche bleiben stehen. "Ich stoße meist auf offene Gesprächspartner", so Lietz. Der Brexit beschäftige die Leute, auch wie es in Russland und der Türkei weitergehe. Ein Punkt, der in Ostdeutschland sofort ankomme, sei ein europäischer Mindestlohn: "Das soziale Europa, wenn man es über den Mindestlohn erklärt, wird sofort begriffen."

Mit dem Mini-Van in Münster unterwegs

Noch vier Wochen bis zur Stimmabgabe. Die Plakate hängen, die Wahlkämpfer sind unterwegs. In der Innenstadt von Münster fährt ein Mini-Van vor. Am Steuer sitzt der Mann, dessen Gesicht an der Seite des Wagens klebt. Markus Pieper ist seit 2004 Europaabgeordneter der CDU. Für eine kurze Begegnung mit dem Wahlvolk hat er Manfred Weber von der CSU mitgebracht, den Spitzenkandidaten der europäischen Christdemokraten.

Kurz zuvor hatten beide noch auf der Bühne der Halle Münsterland gestanden, wo sich CDU und CSU gemeinsam auf die "heiße Phase" des Wahlkampfs eingestimmt hatten. Eine aufwendige Inszenierung mit einem Sofa, das an Shows wie "Wetten, dass..?" erinnert. Am Ende marschiert noch eine Blaskapelle ein, die Europa-Hymne schallt durch die Halle. Hier muss niemand mehr überzeugt werden. Unions-Anhänger unter sich.

Markus Pieper, CDU spricht mit Passanten | Bildquelle: Christian Feld
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Markus Pieper und Manfred Weber im Gespräch mit Passanten.

Danach also noch ein wenig Wahlkampf in der Fußgängerzone. Die Menschentraube um die Kandidaten Pieper und Weber ist zwar groß, doch die meisten hier sind klar als Unterstützer von der Jungen Union erkennbar. Auch der neue JU-Chef Tilman Kuban ist gekommen. Selfies. Gruppenfotos. Die meisten potenziellen Wähler schauen kurz aus der Ferne, ziehen dann aber weiter auf ihrem Einkaufsbummel. Einige suchen den Dialog mit Weber.

"Es geht um verdammt viel", sagt der CSU-Mann bei seiner kleinen Ansprache. Und der Münsterländer Pieper gibt sich nach seinen bisherigen Terminen optimistisch. Für ihn ist es der vierte Wahlkampf. Früher wären die Menschen einfach nur für oder gegen die EU gewesen. Jetzt seien sie eher besorgt und interessiert, würden Fragen stellen: "Wie geht es weiter mit dem Brexit? Müssen wir uns über Trump Sorgen machen? Was ist mit Putin, macht der weiter?"

Eröffnung des Europa-Wahlkampfs der Union in Münster | Bildquelle: REUTERS
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Die Unionsparteien haben ihren Wahlkampf in Münster eröffnet.

Konkreten Nutzen aufzeigen

Eines eint die beiden Wahlkämpfer. Sie wollen zeigen, wo die Europäische Union den Menschen konkreten Nutzen bringt. SPD-Mann Lietz pflanzt mit Schülerinnen und Schülern in Landsberg einen Baum. Ihre Schule in der Ortschaft Hohenthurm kann energetisch saniert werden, weil die EU eine Millionen Euro zuzahlt. Alleine hätte die Stadt das Vorhaben nie finanzieren können.

Auch Pieper kann im Münsterland auf viele solcher positiven Geschichten verweisen. So erforscht ein Unternehmen, wie sich Mikroplastik aus dem Wasser entfernen lässt. Am Freitag war der CDU-Wahlkämpfer im Mathias-Spital in Rheine zu Gast. Hier kämpft man mit niederländischen Partnern gegen multiresistente Keime in Krankenhäusern.

Zwischen Richtungsentscheidung und Desinteresse
Bericht aus Berlin, 28.04.2019, Christian Feld, ARD Berlin

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Jana Schröder, die verantwortliche Ärztin, lobt die Unterstützung der EU: "Insbesondere ist diese europäische Förderung wichtig, weil Bakterien keine Grenzen kennen. Das kann man nicht als Länderprojekte aufziehen." Aus Sicht von Pieper zeigt sich hier, dass Europa kein Elitenprojekt sei: "Da kann man nicht sagen, dass wir in einer Brüsseler Blase leben. Wir sind schon vor Ort und wollen mit diesen Projekten Europa vor Ort ein Gesicht geben."

Noch scheint das Interesse der potenziellen Wählerinnen und Wähler ausbaufähig. Aber noch haben die Parteien vier Wochen Zeit, das zu ändern.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 28. April 2019 um 00:05 Uhr, 01:05 Uhr und 02:08 Uhr.

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