Der ukrainische Chefunterhändler im Normandie-Format spricht mit der Presse | AFP

Verhandlungen im Normandie-Format Gespräche bleiben ohne Durchbruch

Stand: 26.01.2022 23:23 Uhr

In den von Deutschland und Frankreich moderierten Beratungen zwischen der Ukraine und Russland hat es noch keinen Durchbruch gegeben. Die Gespräche sollen in zwei Wochen in Berlin fortgesetzt werden.

Mehr als acht Stunden dauerten die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland. Einen Durchbruch haben die Konfliktparteien in dem von Deutschland und Frankreich vermittelten sogenannten Normandie-Format nicht erzielt. Am Ende einigten sich die Konfliktparteien aber auf eine gemeinsame Erklärung. Man unterstütze die bedingungslose Einhaltung des Waffenstillstands, hieß es nach den Beratungen in einer vom Élyséepalast veröffentlichten Erklärung.

Im Anschluss an die Gespräche in Paris sagte der ukrainische Chefunterhändler Andrij Jermak, dass es erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Moskau und Kiew gebe. Er betonte aber auch, dass die Waffenruhe im Konfliktgebiet halte, trotz einiger Provokationen.

Der russische Chefunterhändler Dimitri Kosak warf der Ukraine vor, keine Perspektive für die umkämpften Teile der Regionen Luhansk und Donezk vorgelegt zu haben. Dies laufe Versuchen, den Konflikt zu lösen, zuwider. Ein weiterer Gipfel unter deutsch-französischer Führung sei nur möglich, wenn es vorher eine Einigung über den rechtlichen Status des Donbass' gebe. Er beklagte, das Kiew bisher auf humanitäre Anfragen und andere Kontaktversuche aus der Region nicht reagiert habe.

Nächstes Treffen in zwei Wochen in Berlin

Das nächste Treffen im Normandie-Format ist Kosak zufolge in zwei Wochen in Berlin geplant. Er hoffe, dass diese Gespräche dann zu Ergebnissen führen würden. Die Ukraine habe nun zwei Wochen Zeit, um eine Position zum Konflikt in der Ostukraine zu erarbeiten.

Das Normandie-Format war 2014 zur Befriedung des Konflikts in der Ostukraine eingerichtet worden. Unter der Vermittlung von Deutschland und Frankreich entstand 2015 das Minsker Abkommen. Russland und die Ukraine werfen sich jedoch gegenseitig regelmäßig Verstöße gegen das Abkommen vor.

Die Bezeichnung Normandie-Format geht auf den Ort des ersten Treffens in dieser Zusammensetzung zurück: Dieses fand am 6. Juni 2014 in der Ortschaft Ouistreham am Rande der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie statt.

Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 27. Januar 2022 um 00:07 Uhr.