Ausgabe von Hilfslieferungen in Caracas, Venezuela | Bildquelle: AP

Venezuela Rotes Kreuz verteilt erste Hilfsgüter

Stand: 17.04.2019 04:06 Uhr

Das Rote Kreuz hat in der venezolanischen Hauptstadt Caracas erstmals seit Beginn der Krise im Land Trinkwasser und Medikamente verteilt. Der selbst ernannte Übergangspräsident Guaidó feiert das als Erfolg.

Nach wochenlangem Ringen um humanitäre Unterstützung für Venezuela hat das Rote Kreuz erste Hilfsgüter in dem südamerikanischen Krisenland verteilt. Mitarbeiter der Hilfsorganisation brachten Trinkwasser und Tabletten zur Wasserreinigung in verschiedene Viertel der Hauptstadt Caracas.

"Ich bin sehr froh, dass die humanitäre Hilfe eingetroffen ist", sagte ein Mann im Fernsehsender TVV.

Zuvor war ein Flugzeug mit Medikamenten und Stromgeneratoren an Bord auf dem Flughafen von Caracas gelandet, wie das Rote Kreuz über Twitter mitteilte. Die aus Panama eingeflogene Ladung ist Teil einer Aufstockung der humanitären Hilfe für Venezuela um fast das Dreifache - auf knapp 25 Millionen Dollar (etwa 22 Millionen Euro). Dies hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vor wenigen Tagen beschlossen.

Rotes Kreuz entsendet erste Hilfsgüter nach Venezuela
nachtmagazin 00:40 Uhr, 17.04.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Guaidó kritisiert Maduro

"Heute ist ein Tag des Erfolgs für alle Venezolaner und eine große Niederlage für den Usurpator", sagte der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó an die Adresse von Staatschef Nicolás Maduro. "Die humanitäre Hilfe ist eingetroffen, weil wir alle wie ein geeintes Volk gekämpft haben. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass sie bei jenen ankommt, die sie am dringendsten benötigen, und nicht für Erpressung missbraucht wird."

Guaidó und Maduro liefern sich seit Januar einen erbitterten Machtkampf. Zwar haben bereits zahlreiche Staaten Guaidó als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt, aber in Venezuela konnte er Maduro bislang noch nicht gefährlich werden. Vor allem das mächtige Militär hält dem sozialistischen Staatschef weiterhin die Treue. Guaidó fordert demokratische Wahlen.

Das Rote Kreuz brachte erste Hilfslieferungen in die venezolanische Hauptstadt Caracas | Bildquelle: AP
galerie

Erste Hilfslieferungen in der venezolanische Hauptstadt Caracas. Nach Angaben der UN brauchen fast ein Viertel der 30 Millionen Venezolaner dringend Hilfe.

Unabhängigkeit und Neutralität

"Wir bitten alle, die Politisierung dieses großen Erfolgs zu vermeiden", erklärte der Vorsitzende des Roten Kreuzes in Venezuela, Mario Villarroel. Die vorgesehene Auslieferung an 28 venezolanische Krankenhäuser werde nach den Prinzipien der Unabhängigkeit und Neutralität erfolgen.

Das IKRK hatte kürzlich mit Venezuelas Gesundheitsministerium ein Abkommen unterzeichnet, um die Menschen notversorgen zu können.

Viele Menschen hungern

Venezuela befindet sich in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise, die das Gesundheitssystem, die Nahrungsmittelversorgung und die Stromzufuhr an den Rand des Kollapses geführt hat. Staatschef Maduro hat arbeitsfreie Tage für die gesamte Osterwoche erklärt, um die beschädigten Elektrizitätsnetze zu reparieren.

Seit Anfang März leiden die Menschen in Venezuela unter weit verbreiteten Stromausfällen. Aus Mangel an Devisen kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einführen. Viele Menschen hungern, in den Krankenhäusern sterben Kinder.

Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen fast ein Viertel der 30 Millionen Venezolaner dringend Hilfe. Einem UN-Bericht zufolge sind 3,7 Millionen Menschen unterernährt und mindestens 22 Prozent der Kinder unter fünf Jahren chronisch unterernährt. Präsident Maduro hatte lange bestritten, dass die Situation in seinem Land als humanitäre Krise bezeichnet werden könne. Die Bevölkerung des ölreichen Landes leidet seit Jahren unter den Folgen von Misswirtschaft. 

Über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen. Oppositionsführer Guaidó hatte im Februar versucht, Hilfsgüter aus dem Nachbarland Kolumbien nach Venezuela zu schaffen. Allerdings stoppten die Sicherheitskräfte die Lastwagen auf Maduros Geheiß an der Grenze.

Erste Hilfsgüter des Internationalen Roten Kreuzes eingetroffen
Christina Fee Moebus, ARD Mexiko-Stadt
16.04.2019 20:53 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. April 2019 um 18:00 Uhr und das Nachtmagazain am 17.04.2019 um 00:40 Uhr.

Darstellung: