Krankenhaus in Caracas | Bildquelle: REUTERS

Land bittet UN um Hilfe Medikamentenmangel in Venezuela

Stand: 25.03.2017 08:48 Uhr

Wer in Venezuela krank wird, kommt nur mit Beziehungen oder viel Geld an Medikamente. Die Regierung des ölreichen Landes hat deshalb die UN um Hilfe gebeten. Schuld auch an dieser Misere seien die Gegner der Regierung.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat sich wegen der Arzneimittelknappheit in seinem Land an die Vereinten Nationen gewandt. Details nannte der Staatschef nicht. "Ich habe sie um Unterstützung gebeten, um die Regelungen für Medikamente in Krankenhäusern zu verbessern", sagte er lediglich.

Weil seine politischen Gegner einen "Wirtschaftskrieg" gegen ihn führten und die Ölpreise gefallen seien, seien die medizinischen Vorräte knapp geworden, sagte Maduro im staatlichen Fernsehen. Die UN hätten die Expertise, die notwendig sei, um die Versorgung und Verteilung von Arzneimitteln in dem südamerikanischen Land zu normalisieren.

Arzneimittel kaum erhältlich

Der Pharmaverband des Landes schätzt, dass 85 Prozent der Arzneimittel nicht zu haben sind. Dabei geht es um einfache entzündungshemmende Mittel bis hin zu Präparaten für Chemotherapien. Nach Angaben des venezolanischen Ärzteverbands verfügen die Krankenhäuser sogar nur noch über drei Prozent der benötigten Medikamente und Materialien.

Immer wieder berichten Venezolaner von ihrer verzweifelten Jagd nach dringend benötigten Medikamenten, die sie häufig nur zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt oder im Ausland bekommen können.

Der niedrige Ölpreis macht dem Land zu schaffen

Venezuela ist wirtschaftlich schwer angeschlagen. Einer der Gründe ist der Fall des Ölpreises, der massiv an den Staatseinnahmen des OPEC-Mitglieds zehrt. Zudem herrschen Lebensmittelknappheit und eine extreme Inflation. Die Verbraucherpreise sind Daten der Zentralbank zufolge im vergangenen Jahr um 800 Prozent gestiegen.

Maduro macht für die Wirtschaftskrise auch seine Gegner verantwortlich, die seiner Ansicht nach mit Hilfe der USA einen Wirtschaftskrieg gegen das Land führen. Kritiker des linksgerichteten Präsidenten führen die Krise dagegen auf nicht funktionierende Preis- und Währungskontrollen zurück, die die Privatindustrie dezimiert hat.

Über dieses Thema berichteten am 25. März 2017 Deutschlandfunk um 08:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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