Menschen, die im Zusammenhang mit illegalen Grenzübertritten in die USA in Gewahrsam genommen wurden | Bildquelle: dpa

Pläne der US-Regierung Längerer Gewahrsam für Migrantenkinder

Stand: 07.09.2018 01:39 Uhr

Die US-Regierung hatte mit ihrer Praxis, Migrantenkinder an der Grenze von ihren Eltern zu trennen, weltweit für Empörung gesorgt. Nun will sie die Regeln für die Gewahrsamnahme von Migrantenkindern verschärfen.

Die US-Regierung will ihre Einwanderungspolitik weiter verschärfen. Dazu plant die Trump-Administration, eine langjährige Gerichtsvereinbarung zur Inhaftierung von Einwandererkindern zu umgehen. Das Heimatschutzministerium schlug Regulierungen vor, die das sogenannte Flores-Abkommen beenden würden. Dieses schreibt der Regierung vor, Einwandererkinder üblicherweise nach 20 Tagen Gewahrsam freizulassen. Künftig sollen sie - zusammen mit ihren Eltern - länger festgesetzt werden können.

Das Ministerium sprach von einem wichtigen Schritt, um die Kontrolle an der Grenze zurückzugewinnen. Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen beklagte, zur Zeit gebe es bei der Festsetzung illegaler Einwanderer noch rechtliche Schlupflöcher. Ziel sei es, Anreize für die illegale Migration zu beseitigen.

"Null-Toleranz-Politik" der Trump-Regierung

Der Umgang mit Migrantenkindern an der Grenze zwischen den USA und Mexiko - und die Trennung von ihren Familien - hatte in den vergangenen Monaten auch international für viel Aufsehen gesorgt. Die Maßnahme war Teil der "Null-Toleranz-Politik" von US-Präsident Donald Trump, mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollten.

Angesichts massiver Kritik - auch in seiner republikanischen Partei - und der Berichte von traumatisierten Kindern und Eltern, vollzog Trump jedoch eine Kehrtwende und ordnete per Dekret ein Ende der umstrittenen Praxis an.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. September 2018 um 09:43 Uhr.

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