Fast leere Straße im New Yorker Stadtteil Manhattan | Bildquelle: AFP

USA in Corona-Krise "Historischer Schock" für die Wirtschaft

Stand: 27.04.2020 09:12 Uhr

Das Coronavirus hat die US-Wirtschaft lahmgelegt - Donald Trumps Wirtschaftsberater rechnet daher mit einer Arbeitslosenquote von 16 Prozent. Der Präsident selbst wettert unterdessen weiter gegen Medien.

Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, geht in Folge der Coronavirus-Pandemie von einem "Schock historischen Ausmaßes" für die US-Wirtschaft aus. Im Fernsehsender ABC sprach er von einer sehr ernsten Situation. "Dies ist der größte negative Schock, den unsere Wirtschaft meiner Meinung nach je erlebt hat. Wir werden uns mit einer Arbeitslosenquote befassen müssen, die wir während der Großen Depression gesehen haben", fügte Hassett hinzu. Er erwarte eine Quote von 16 Prozent oder mehr für diesen Monat.

Seit Mitte März haben bereits 26,5 Millionen Amerikaner Arbeitslosengeld beantragt, die Corona-Beschränkungen haben Umsätze zahlreicher Unternehmen einbrechen lassen.

Am Sonntag hatte die Seuchenkontrollbehörde CDC für die USA 928.619 Coronavirus-Infektionen gemeldet - fast 33.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle erreichte knapp 52.500.

Corona-Briefings offenbar eingestellt

Unterdessen lässt der US-Präsident seine Fehde mit Journalisten weiter eskalieren. Offenbar stellte er - wie zuvor in einem Tweet angekündigt - aus Ärger über die Medien und die Berichterstattung seine täglichen Briefings ein. Am Wochenende fanden sie zum ersten Mal seit Mitte März, als das Format ins Leben gerufen wurde, nicht statt.

Am Samstag hatte Trump in einem seiner Tweets verkündet, dass die Pressekonferenzen angesichts feindseliger Journalistenfragen die Zeit und den Aufwand nicht wert wären. Nach Trumps bizarrem Vorschlag, Menschen zum Schutz vor Covid-19 Desinfektionsmittel zu injizieren, hatte es in der vergangenen Woche massive Medienschelte für den Präsidenten gegeben. Später behauptete er, bei der Bemerkung habe es sich um Sarkasmus gehandelt, um die anwesenden Reporter auf die Probe zu stellen.

Verwirrung um Nobelpreis für Journalisten

Empört zeigte sich der US-Präsident zudem über einen Bericht der "New York Times", der ihn unter Berufung auf dutzende Regierungsbeamte und enge Berater als verbittert und allein im Weißen Haus dargestellt hatte. Cola Light und Pommes Frites seien stets griffbereit. "Die Leute, die mich kennen und die Geschichte unseres Landes kennen, sagen, dass ich der am härtesten arbeitende Präsident der Geschichte bin," schrieb er auf Twitter. "Das weiß ich nicht, aber ich arbeite hart und habe in den ersten dreieinhalb Jahren wahrscheinlich mehr erreicht als jeder andere Präsident in der Geschichte."

In einem weiteren Tweet soll er die "New York Times"-Reporter, die für ihre Russland-Geschichten "Nobelpreise" erhalten hätten, aufgefordert haben, diese wieder zurückzugeben. "Wann wird das Nobel-Komitee diese zurückfordern?" Die Nachricht, die mittlerweile gelöscht ist, sorgte für Verwirrung, da es keinen Nobelpreis für Journalisten gibt. Medien und Kommentatoren mutmaßen, dass der Präsident den Pulitzer Preis gemeint haben könnte, welchen tatsächlich mehrere Reporter für ihre Recherchen erhalten hatten.

Mit Informationen von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington

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