Ein Feuerwehrmann  in Berry Creek im US-Bundestaat Kalifornien | Bildquelle: PETER DASILVA/EPA-EFE/Shuttersto

Feuer an US-Westküste Brände von historischem Ausmaß

Stand: 13.09.2020 09:50 Uhr

Die Waldbrände an der US-Westküste haben inzwischen historische Ausmaße erreicht - und vielerorts brennt es weiter. Mindestens 26 Menschen sind nach Medienberichten ums Leben gekommen, die Behörden befürchten weitere Todesopfer.

Bei den verheeren Waldbränden an der US-Westküste sind laut Medienberichten mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. CNN und die Zeitung "USA Today" melden 20 Tote in Kalifornien, fünf in Oregon und ein Opfer in Washington. Andere Medien wie der Fernsehsender NBC berichten sogar von 29 Toten.

Gigantische Feuerwände

Dutzende Menschen wurden als vermisst gemeldet, lokale Behörden befürchteten weitere Todesopfer. Viele Ortschaften in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington sind weiterhin durch gigantische Feuerwände von der Außenwelt abgeschnitten. Zehntausende Menschen mussten bereits ihre Wohnungen verlassen, Hunderttausende sind angewiesen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Schon jetzt zählen sechs der derzeitigen Brände zu den 20 größten in der Geschichte Kaliforniens seit Beginn der Aufzeichnungen um 1930. Die Feuer, die die gesamte Küste in dichten Smog hüllen, haben inzwischen etwa eine Fläche von der Größe Sardiniens zerstört. 


Leichte Hoffnung wegen kühlerer Temperaturen

Mehr als 20.000 Feuerwehrleute sind in der Region im Einsatz. Auch mehr als 200 Soldaten halfen im Kampf gegen einen der Brandherde in Kalifornien mit. Hoffnung gibt ihnen eine heranziehende Wetterfront mit kühleren Temperaturen. In Portland in Oregon überzog am Samstag dicker Rauch die Innenstadt. "Es ist, als hätte ich hundert Zigaretten geraucht. Ich habe das noch nie gesehen", sagte der 37-jährige Jessie. Allein in Oregon starben in den vergangenen 24 Stunden vier weitere Menschen. Der Katastrophenschutz-Beamte Andrew Phelps erklärte, dass sich Oregon auf eine massive Zahl an Todesopfern vorbereite, "basierend auf dem, was wir wissen, und der Anzahl der zerstörten Strukturen". 

Zahl der Todesopfer bei Waldbränden an der US-Westküste weiter gestiegen
tagesschau 20:00 Uhr, 13.09.2020, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Dicker, beißender Rauch

In der Stadt Estacada patrouillierten Anwohner mit Gewehren durch die Straßen - aus Angst vor Plünderungen. Andere verschanzten sich in den Häusern, während dicker, beißender Rauch in der Luft hing und frische Asche die Straßen bedeckte. In Kalifornien sagte der Sheriff der besonders betroffenen Region Butte, Kory Honea, dass zusätzliche Beamte hinzugezogen worden seien, um nach menschlichen Überresten zu suchen. Im Moment seien die Gebiete, die durchsucht werden müssen, allerdings zu heiß. In Butte wurden seit Beginn der Woche zehn Todesopfer entdeckt. Bislang verbrannten in Kalifornien in diesem Jahr mehr als 3,2 Millionen Hektar - ein Rekord, wobei die Brandsaison noch bis November geht. 

Trump am Montag im Waldbrandgebiet

Trump hat für Montag einen Besuch in Kalifornien angekündigt, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Der Präsident ist bekannt dafür, dem Klimawandel keine Bedeutung beizumessen. Stattdessen versucht er immer wieder, die Schuld auf die Misswirtschaft der örtlichen Behörden zu schieben.

Busch- und Waldbrände haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wofür Experten die Erderwärmung mitverantwortlich machen. "Die Wissenschaft ist klar, und tödliche Anzeichen wie diese sind unübersehbar - der Klimawandel stellt eine unmittelbare, existenzielle Bedrohung für unsere Lebensweise dar", sagte der demokratische Herausforderer von Trump bei der Präsidentenwahl, Joe Biden. Trump könne versuchen, "diese Realität zu leugnen, aber die Fakten sind unbestreitbar". 

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk am 11. September 2020 um 07:50 Uhr und Inforadio am 13. September 2020 um 07:24 Uhr.

Darstellung: