Anthony Blinken | REUTERS

Künftiger US-Außenminister Blinken will alles anders machen

Stand: 23.11.2020 19:57 Uhr

Wie wichtig der designierte US-Präsident Biden die internationale Einbindung der USA nimmt, zeigt sich an dieser Personalie: Sein engster Vertrauter Blinken soll Außenminister werden. Er bringt reichlich Erfahrung mit.

Von Jule Käppel, ARD-Studio Washington

Die Personalie ist ein Signal in die Welt für mehr Kooperation der USA auf dem internationalen Parkett. Mit Antony Blinken holt Joe Biden einen starken Förderer internationaler Beziehungen in sein Kabinett. Er soll das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu ausländischen Regierungen wieder reparieren.

Im Mai sprach Blinken auf einer außenpolitischen Online-Konferenz über die künftige Ausrichtung der diplomatischen Arbeit. Die Biden-Regierung, kündigte er an, werde das Gegenteil der Trump-Regierung sein, die sich aus internationalen Organisationen, Institutionen und Allianzen zurückgezogen habe.

Trump hatte das Pariser Klimaabkommen gekündigt, war aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatte der Weltgesundheitsorganisation WHO mitten in der Pandemie Missmanagement vorgeworfen, den Geldhahn zugedreht und den Austritt beschlossen. Im Wahlkampf hatte Biden angekündigt, diese Schritte rückgängig zu machen.

Der wichtigste Berater für das Außenamt

Der 58-jährige Blinken ist seit Jahrzehnten Bidens Vertrauter und gilt als sein wichtigster Berater. In der Obama-Regierung war er Vize-Außenminister und Bidens Sicherheitsberater.

Für Blinken ist die internationale Zusammenarbeit der Schlüssel, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu bewältigen. Die USA müssten sich schnell, effektiv und reibungslos von der Wirtschaftskrise erholen, sagt Blinken. Er ist überzeugt, dafür brauche es internationale Kooperation und Koordination.

Joe Biden und Anthony Blinken im Weißen Haus | REUTERS

Biden und Blinken haben schon einmal in der Regierung eng zusammengearbeitet - als Biden Vizepräsident war. Bild: REUTERS

Ein anderer Tonfall

Den größten Konkurrenten der USA, China, nennt er einen Wettbewerber. China sei eine große Nation und damit gehe große Verantwortung einher. Blinken sieht China in der Pflicht, sich an internationale Verabredungen zu halten, damit ein fairer Wettkampf möglich sei. Es gehe ihm nicht darum, auf China einzuschlagen. China müsse seiner Verantwortung als einer der führenden internationalen Akteure gerecht werden.

Und die andere Weltmacht? Zu Russland äußerte sich der versierte Analyst internationaler Verbindungen in einem Dialog-Forum mit dem "Hudson Institute" und kritisierte die mangelnde Transparenz von Präsident Trump. In der Trump-Regierung sei völlig unklar geblieben, welche Verbindung der Präsident zu Putin habe und zu Russland. Ob Bidens Regierung für Aufklärung sorgen will, ließ er offen.

Blinken wird wohl am Dienstag seinen ersten großen öffentlichen Auftritt haben. Dann möchte Biden offiziell erste Personen aus seiner Regierungsmannschaft vorstellen.

 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. November 2020 um 13:19 Uhr.