Junge Männer warten darauf, von Bord der "Diciotti" zu gehen. | Bildquelle: dpa

Ermittlungen gegen Salvini Migranten haben "Diciotti" verlassen

Stand: 26.08.2018 01:45 Uhr

Nach zehn Tagen an Bord der "Diciotti" haben die verbliebenen Menschen das Schiff verlassen. Im Zusammenhang mit den Vorgängen um die "Diciotti" ermittelt die italienische Justiz nun gegen Innenminister Salvini.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom

Langsam, einer nach dem anderen, gingen die Migranten von Bord. Auf der Zugangsbrücke des Schiffes hatte sich eine lange Schlange gebildet. Denn bevor Helfer des Roten Kreuzes die Menschen in Empfang nehmen konnten, wurden sie noch auf der Brücke erkennungsdienstlich behandelt.

20 der Migranten werden nun von Albanien aufgenommen, 20 andere von Irland, um die anderen etwa 100 Menschen kümmert sich die katholische Kirche in Italien. Das bestätigte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Die Menschen hatten länger als eine Woche unter katastrophalen hygienischen Bedingungen auf dem Boot der italienischen Küstenwache festgesessen. Inzwischen gab es Verdachtsfälle von Tuberkulose und Lungenentzündungen.

Migranten haben Rettungsschiff "Diciotti" verlassen
tagesschau24 09:00 Uhr, 26.08.2018

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Ermittlungen gegen Salvini

Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega hatte angekündigt, die Menschen erst aussteigen zu lassen, wenn andere EU-Länder die Menschen aufnehmen würden.

Matteo Salvini | Bildquelle: AP
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Unter anderem wegen Freiheitsberaubung ermittelt die Justiz gegen den Minister.

Nun berichteten mehrere italienische Medien, dass die Justiz im Zusammenhang mit den Vorgängen auf der "Diciotti" nicht mehr wie bisher gegen unbekannt, sondern auch gegen Salvini ermittelt - unter anderem wohl wegen Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauch. Salvini selbst bestätigte, von Ermittlungen gegen ihn erfahren zu haben. Er sagte, es sei eine Schande, dass gegen einen Minister vorgegangen werde, der sich für den Grenzschutz einsetze.

Diciotti: Migranten haben das Schiff verlassen
Lisa Weiß, ARD Rom
26.08.2018 07:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. August 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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