Twitter-Logo | Bildquelle: AFP

Boykottaufrufe zur US-Wahl Twitter löscht Tausende Konten

Stand: 03.11.2018 07:19 Uhr

Twitter hat Tausende gefälschte Profile gelöscht, in denen zum Boykott der US-Kongresswahlen aufgerufen wurde. Die Konten sollen den Eindruck vermittelt haben, von den US-Demokraten eingerichtet worden zu sein.

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat im Vorfeld der US-Kongresswahlen rund 10.000 gefälschte Accounts gelöscht. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Konten Ende September und Anfang Oktober gelöscht worden seien.

Die Accounts hätten den Eindruck vermittelt, von den US-Demokraten eingerichtet worden zu sein. Es seien Tweets veröffentlicht worden, mit denen Wähler zum Boykott der Wahl in der kommenden Woche aufgerufen worden sind.

Wie das Online Magazin TechCrunch berichtete, richteten sich die Tweets der Profile an wichtige Wählergruppen, und ermutigte sie am Wahltag zu Hause zu bleiben. Es waren Mitglieder des  "Democratic Congressional Campaign Committee", Wahlhelfer der Demokraten, die den Kurznachrichtendienst auf die Profile aufmerksam gemacht haben.

"Verletzung unserer Leitlinien"

"Wir haben Konten entfernt, die versuchten, automatisiert Desinformation zu verbreiten - eine Verletzung unserer Leitlinien", teilte ein Sprecher von Twitter in einer Email mit. Unklar ist, wer hinter den Boykottaufrufen steckt.

Im Vergleich zu den Millionen Konten, die im Zuge der Präsidentschaftswahlen gelöscht werden mussten, sei die Anzahl der entfernten Accounts jedoch bescheiden, so Twitter. 2016 hatte es im US-Wahlkampf eine regelrechte "Fake-News"-Welle gegeben. Falschinformationen waren vor allem mit Blick auf die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verbreitet worden. Nach Auffassung der US-Geheimdienste kam es bei den letzten Wahlen zu Manipulationsversuchen insbesondere seitens Russlands.

Twitter hat eigenen Angaben zufolge monatlich 335 Millionen aktive Nutzer und versucht schon länger, härter gegen gefälschte Profile durchzugreifen, über die unter anderem Spam und politische Propaganda verbreitet werden. "Wir haben neue Mittel eingeführt, um problematisches Verhalten zu adressieren, welches die öffentliche Debatte verzerrt", hatte Twitter-Chef Jack Dorsey im Juli erklärt.

Über dieses Thema berichteten am 03. November 2018 Deutschlandfunk um 02:00 Uhr und NDR Info um 06:45 Uhr in den Nachrichten.

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