Donald Trump vor dem Weißen Haus | Bildquelle: REUTERS

Trump und der Iran "Ich habe einen gesunden Menschenverstand"

Stand: 23.06.2019 18:41 Uhr

Einerseits befiehlt US-Präsident Trump gegen den Iran Cyberattacken und kündigt Sanktionen an. Andererseits verspricht er, das Land "wieder groß" zu machen. Das scheint widersprüchlich. Er selbst sagt, er wisse, was er tue.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Die unterschiedlichen Signale des US-Präsidenten Donald Trump an den Iran sind scheinbar widersprüchlich. Tatsächlich folgen sie jedoch dessen bevorzugter Verhandlungstaktik mit "Zuckerbrot und Peitsche". Einerseits betonte Trump, eine militärische Option habe er nur vorläufig gestoppt, nicht aber grundsätzlich vom Tisch genommen. Andererseits lobte Trump die iranische Führung dafür, dass sie am Freitag ein bemanntes US-Spionageflugzeug mit 38 Personen an Bord bewusst nicht abschießen ließ.

"Alle haben mich als Kriegstreiber bezeichnet", sagte Trump auf die Frage eines Journalisten, ob er zwischen Härte und Milde schwanke. "Und jetzt sagen sie, ich sei eine Taube. Ich bin weder das eine noch das andere. Ich bin ein Mann mit gesundem Menschenverstand."

Washington erhöht den Druck
tagesthemen 22:45 Uhr, 23.06.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Eine Mischung aus Strafe und Gesprächsangebot

Trumps Antwort auf Irans Drohnenabschuss ist eine Mischung aus Strafe und Gesprächsangebot. Anstelle eines militärischen Gegenschlags befahl er Cyberangriffe auf iranische Raketenkontrollsysteme. Das US-Cyberkommando wurde angewiesen, Computer der iranischen Revolutionsgarden zu attackieren, mit denen Starts von Raketen und Lenkwaffen gesteuert werden.

Außerdem kündigte Trump für Montag neue und schärfere Sanktionen gegen den Iran an. Gleichzeitig bot er jedoch an, alle Sanktionen wieder aufzuheben, wenn sich der Iran dauerhaft verpflichte, keine Atombombe zu bauen.

Er freue sich auf diesen Tag, je früher er komme, desto besser, sagte Trump. "Wenn Iran wieder eine wohlhabende und florierende Nation werden will, dann lasst uns den Iran wieder großartig machen. Das wäre okay für mich: Macht den Iran wieder großartig!"

Hände schütteln in Jerusalem: Bolton und Netanyahu | Bildquelle: TSAFRIR ABAYOV/POOL/EPA-EFE/REX
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Sicherheitsberater Bolton mit Ministerpräsident Netanyahu in Jerusalem. Die Umsicht der USA solle niemand als Schwäche missverstehen, sagte er.

Scharfe Töne von Bolton und Pence

Deutlich schärfere Töne schlug Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton in Jerusalem an. Auch um Zweifel an Trumps Entschlossenheit unter Amerikas Verbündeten im Nahen Osten, Israel und Saudi-Arabien, auszuräumen, warnte Bolton. "Weder der Iran noch irgendwelche andere feindliche Akteure sollten die Umsicht der USA als Schwäche missverstehen", sagte er.

US-Vizepräsident Mike Pence zog sogar eine rote Linie. Amerika werde keine Angriffe gegen US-Soldaten und ihre Verbündeten hinnehmen, so Pence. Und niemals werde man iranische Atomwaffen erlauben.

Trump will einen eigenen Deal machen

Trump selbst äußerte sich im Sender NBC entgegenkommender. Er sei nicht auf Krieg aus und glaube, dass auch die iranische Führung verhandeln wolle.

Das sei es, was Trump wirklich erreichen wolle, sagte NBC-Moderator Chuck Todd nach seinem Interview mit dem US-Präsidenten. "Er hat Obamas Iran-Atomabkommen sehr kritisiert und will einen eigenen Deal erreichen", so Todd. Trump sehe sich "als großen Deal-Maker". Mit dem Iran wolle er es ähnlich wie mit Kim Jong Un und Nordkorea machen.

Noch gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied. Derzeit gibt es keinen Gesprächsfaden zwischen Trump und der iranischen Führung - geschweige denn schöne Briefe, die man sich gegenseitig schicken könnte.

Zuckerbrot und Peitsche - Trumps Antwort auf Iran
Martin Ganslmeier, ARD Washington
23.06.2019 17:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Juni 2019 um 19:00 Uhr.

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