Afghanischer Sicherheitsmann in Kundus | Bildquelle: REUTERS

Taliban-Angriff in Afghanistan "Nicht bereit für den Frieden"

Stand: 31.08.2019 18:59 Uhr

Gespräche und Gefechte - so sieht die Lage in Afghanistan derzeit aus. Während Taliban-Vertreter mit den USA verhandeln, griffen ihre Kämpfer Kundus an. Die Regierung zweifelt an der Friedensperspektive.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Den ganzen Tag über gab es heftige Gefechte in der nordafghanischen Stadt Kundus. Schwer bewaffnete Kämpfer der Taliban hätten die Provinzhauptstadt von verschiedenen Seiten angegriffen, berichtete das afghanische Fernsehen.

Der Sender Tolo News stellte Videos von den Gefechten auf seine Internetseite. Es soll viele Tote und Verletzte gegeben haben. Genauere und vor allem überprüfbare Angaben liegen nicht vor.

Im Stadtzentrum von Kundus sprengte sich lokalen Medienberichten zufolge ein Selbstmordattentäter inmitten von Sicherheitskräften und Journalisten in die Luft. Tolo News berichtete von mehreren Todesopfern. Die Taliban reklamierte den Anschlag für sich.

Das afghanische Verteidigungsministerium versicherte, der Angriff hätte bereits zurückgeschlagen werden können. Das Innenministerium sprach von rund 40 getöteten Taliban-Kämpfern.

Trotz Friedensgesprächen: Taliban starten Großangriff auf Kundus
tagesschau 20:00 Uhr, 31.08.2019, Eberhard Schneider, MDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Auch Bundeswehr-Lager angegriffen

Die strategisch wichtige Stadt in der Nähe der Grenze zu Tadschikistan wird immer wieder angegriffen. Im September 2015 hatten die Taliban sogar die Kontrolle in Kundus übernommen. Doch nur für zwei Wochen, dann konnten die afghanischen Sicherheitskräfte, unterstützt durch massive US-Luftangriffe, die Stadt zurückerobern.

Die Taliban kontrollieren weite Teile der Provinz Kundus, in der bis vor einigen Jahren die Bundeswehr als Schutzmacht stationiert war. Im Rahmen der Ausbildungs- und Unterstützungsmission "Resolute Support" ist noch eine kleine
Gruppe deutscher Soldaten dort, um die afghanischen Streitkräfte zu beraten. Auch das Bundeswehr-Lager Pamir, am Stadtrand von Kundus, sei heute aus größerer Entfernung beschossen worden, bestätigte das Einsatzführungskommando in Potsdam. Verletzte gab es nicht.

"Widerspruch zu den Gesprächen in Doha"

Die aktuelle Lage in Kundus zeige, wie wenig von der angeblicher Friedensbereitschaft der Taliban zu halten sei, sagte Sediq Seddiqi, der Sprecher von Afghanistans Präsident Ashraf Ghani. "Der Angriff der Taliban in Kundus steht doch völlig im Widerspruch zu den Gesprächen in Doha. Das zeigt doch nur, dass die überhaupt nicht bereit sind für Frieden in Afghanistan. Die wollen kämpfen."

Die Taliban-Führung verhandelt zurzeit in Doha mit den USA über Frieden in Afghanistan. Ohne die afghanische Regierung, die von den Taliban nicht anerkannt wird. Eigentlich sollte bis zum 1. September eine Einigung erreicht werden.

Im Mittelpunkt einer Vereinbarung zwischen den USA und den Taliban steht die Frage nach einem Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die US-Truppen in Afghanistan drastisch reduziert würden.

8600 US-Soldaten würden im Land bleiben, sagte Trump in einem Interview mit Fox-News. Bislang sind noch rund 14.000 Mann der US-Streitkräfte und Spezialeinheiten am Hindukusch stationiert.

Afghanistan - Taliban-Angriff auf Kundus
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
31.08.2019 15:53 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. August 2019 um 16:15 Uhr.

Darstellung: