Karte: Syrien mit Damaskus und Albu Kamal

Syrien Berichte über Luftangriff mit vielen Toten

Stand: 18.06.2018 14:30 Uhr

In Syrien hat es Aktivisten zufolge schwere Luftangriffe gegeben. Dabei seien viele regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen. Vieles deutet darauf hin, dass die USA den Angriff geführt haben.

Bei einem Luftangriff im Osten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 52 regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen. Bei 36 Opfern handele es sich um libanesische oder irakische Angehörige der Schiitenmiliz Hisbollah, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die anderen Toten seien Syrer.

Es sei unklar, wer für die Bombardierung verantwortlich ist. Die staatliche syrische Agentur Sana beschuldigte die von den USA angeführte internationale Anti-IS-Koalition. Ihr zufolge gab es eine nicht näher genannte Anzahl von Toten und Verletzten.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Koalitionssprecher dementiert Bericht

Der Luftangriff sei gegen Mitternacht im Dorf Al-Hari nahe der Stadt Al-Bukamal geflogen worden, berichtete das Staatsfernsehen. Die Stadt liegt an der Grenze zum Irak, deswegen ist der Ort strategisch wichtig.

Ein Sprecher der US-geführten Koalition, Sean Ryan, sagte, sie habe keine Luftangriffe in der Gegend ausgeführt. Syrische Truppen und ihre Verbündeten sind gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" westlich des Euphrats im Einsatz. Die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens gehen am östlichen Flussufer gegen den IS vor. Die Terrormiliz besetzt noch kleine Gegenden im Osten Syriens.

Die Koalition hat schon mehrfach regierungstreue Kräfte angegriffen. Diese bekämpfen in der Region ebenfalls IS-Extremisten. Anhänger der Miliz hatten Anfang Juni kurzzeitig Teile Al-Bukamals zurückerobert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

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