Elon Musk | Bildquelle: dpa

Musk auf der SXSW "KI - gefährlicher als Atomwaffen"

Stand: 12.03.2018 07:03 Uhr

Es war ein Überraschungsauftritt von Tesla-Chef Musk auf der Digitalkonferenz SXSW in Austin. Der Milliardär sprach über seine Fast-Pleite und warnte vor künstlicher Intelligenz.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Innerhalb einer Stunde waren die 3500 Sitzplätze unter den 70.000 Teilnehmern vergeben. Unter ihnen Andre aus der Schweiz, Hochschuldozent. "Ich fahre selbst Tesla, ich bin begeistert von seiner Innovationskraft und erhoffe mir Ideen, wie unsere Zukunft aussehen könnte." Und dann betrat Elon Musk mit fast halbstündiger Verspätung die Bühne. Zur Musik von "My Little Buttercup" gab er eine kleine Tanzeinlage.

Cowboystiefel, schwarze Jeans und Lederjacke - Musk entspricht nicht dem klassischen Vorstandschef eines börsennotierten Unternehmens. Die Amerikaner verehren den 46-jährigen Tesla-Chef. Sein Lieblingsthema: Die Besiedelung des Mars. "Wir werden auf dem Mars erst ein Basislager mit Kraftwerk und Glaskuppeln einrichten, wo wir Gemüse anbauen können. Also alles, was fundamental ist, um zu überleben."

Die SpaceX Rakete Falcon 9 beim Start in Cape Canaveral am 06.03.2018 | Bildquelle: AP
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Mithilfe der Falcon Rakete seines Raumfahrtunternehmens Space X will Musk den Mars besiedeln.

Mit der Falcon Rakete seines Raumfahrtunternehmens Space X will Musk in einigen Jahren die ersten Menschen zum Mars fliegen. Er würde sich für den Planeten eine direkte Demokratie als Regierungsform wünschen, bei der jeder sofort abstimmen könne.

Blick zurück auf Fast-Bankrott

Mit solchen Worten begeistert Musk das Publikum in Austin. Er blickt aber auch zurück. Weihnachten 2008 sei die bislang schwierigste Zeit für seine beiden Unternehmen gewesen - die Raketenfirma Space X und das Autounternehmen Tesla. "Zwischen 30 und 40 Millionen Dollar hatte ich noch übrig. Und ich musste entscheiden, ob ich das Geld in eines der Unternehmen stecke, dann wäre das andere bankrott - oder ob ich es auf beide aufteile mit der Gefahr, dass beide Unternehmen pleite gehen. Blut, Schweiß und Tränen sind mit den beiden Unternehmen verbunden, sie sind wie ein Kind für mich."

Doch soweit kam es nicht. Die vierte Testrakete von Space X hob kurze Zeit später erfolgreich ab und Musk konnte sich der Aufträge der NASA sicher sein. Und auch die damals neuartigen Elektroautos kamen bei den Kunden an.

Warnung vor künstlicher Intelligenz

Doch ein Thema lässt den Manager aus dem Silicon Valley nachts nicht schlafen: Es ist KI - künstliche Intelligenz. "Merken sie sich meine Worte", so Musk: Künstliche Intelligenz sei deutlich gefährlicher als Atomwaffen. Als Beispiel nannte Musk das Programm von Google. Deren Computer habe mithilfe von KI innerhalb weniger Stunden Schach spielen gelernt und schlage jeden Großmeister. Die Technologie verführe dazu, dass sie sich verselbständige und der Mensch die Kontrolle darüber verliere. "Es macht mir Angst. Die Rate, mit der KI sich weiterentwickelt, ist exponentiell." Er sei kein Freund von Regulierung: hier sei sie aber geboten, meinte Musk. Die Technologie sei eine Bedrohung für die Menschen.

Nach gut einer Stunde und unter tosendem Applaus, begleitet von einer kleinen Gesangseinlage, verließ der Tesla-Chef dann die Bühne. Und Hochschuldozent Andre aus der Schweiz war begeistert: "Ich bin extrem beeindruckt, wie disruptiv er denkt. Wie er Dinge synthetisieren und herunterbrechen kann. Das ist wirklich sehr beeindruckend."

Überraschungsauftritt von Tesla-Chef Musk auf der SXSW
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
13.03.2018 07:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 07. Februar 2018 um 08:10 Uhr und NDR Info am 12. März 2018 um 10.00 Uhr

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