Das von Nordkoreas staatlicher Zeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichte und zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Start von vier ballistischen Raketen | Bildquelle: dpa

Reaktion auf Raketentests UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkorea

Stand: 08.03.2017 04:13 Uhr

"Zunehmend destabilisierendes Verhalten" - der UN-Sicherheitsrat hat die jüngsten Raketentests Nordkoreas einstimmig verurteilt. Heute gibt es zudem eine Dringlichkeitssitzung. China rief zu Gesprächen auf.

Der UN-Sicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas einstimmig verurteilt. Zugleich äußerte der Rat in einer von den USA eingebrachten Erklärung seine Besorgnis über das "zunehmend destabilisierende Verhalten" der Regierung in Pjöngjang.

Der Sicherheitsrat erklärte, seine Mitglieder beobachteten die Situation und würden "weitere bedeutende Maßnahmen" ergreifen. Zuletzt waren die schon verhängte Sanktionen gegen Nordkorea verschärft worden. Heute kommt das Gremium zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Vier Raketen ins Meer abgefeuert

Nordkorea hatte am Montag laut japanischen Angaben vier Raketen abgefeuert, die nach rund 1000 Kilometern ins Japanischer Meer stürzen. Der Raketentest ist möglicherweise eine Antwort auf das jährliche gemeinsame Militärmanöver Südkoreas und der USA. Nordkorea sieht in diesen Übungen eine Vorbereitung auf einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel und hat mit "starken Vergeltungsmaßnahmen" gedroht.

Zuletzt hatte Nordkorea im vergangenen Monat eine Rakete getestet. Dabei handelte es sich der Regierung in Pjöngjang zufolge um ein neues Geschoss mit mittlerer bis längerer Reichweite, das auch mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könne. Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea mehr als zwanzig Raketentests und zwei Atomtests absolviert und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen verstoßen.

China mahnt

China warnte vor einem schweren Konflikt in der Region. Nordkorea müsse auf künftige Tests verzichten, im Gegenzug sollten die USA und Südkorea ihre jährlichen Militärübungen einstellen, forderte der chinesische Außenminister Wang Yi. "Beide Seiten sind wie zwei aufeinander zurasende Züge, wobei keine Seite bereit ist, auszuweichen", sagte Wang. "Die Frage ist, sind beide Seiten wirklich bereit für einen Frontalzusammenstoß?"

Priorität habe nun, "ein Warnsignal auszulösen und bei beiden Zügen auf die Bremse zu treten". Mit Chinas Vorschlag könne dazu beigetragen werden, dass die USA und Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückkehrten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. März 2017 um 04:59 Uhr.

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