Das Abwehrsystem S-300 des russischen Militärs | Bildquelle: RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS S

Nach Flugzeug-Abschuss Russland liefert Abwehrsystem an Syrien

Stand: 24.09.2018 19:14 Uhr

Als Konsequenz auf den Abschuss eines seiner Flugzeuge will Russland das Flugabwehrraketensystem S-300 an Syrien liefern. Das Verhältnis zu Israel nennt der Kreml beschädigt.

Nach dem Abschuss eines russischen Flugzeuges vor der syrischen Küste will Moskau Luftabwehrsysteme des Typs S-300 in das Bürgerkriegsland liefern. Dadurch könnten Angriffe innerhalb einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern abgefangen werden, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Das syrische Militär werde die moderne Flugabwehr innerhalb von zwei Wochen erhalten.

In der vergangenen Woche war ein russisches Aufklärungsflugzeug mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr zum Opfer gefallen. Die Syrer hatten eigentlich auf vier angreifende israelische F-16-Jets gezielt. Russland hatte vor Jahren mit Israel vereinbart, die Lieferung von S-300 an Syrien auszusetzen.

Kreml: Abschuss beschädigt Verhältnis zu Israel

Der Vorfall vor der syrischen Küste beschädige Russlands Verhältnis zu Israel, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er machte "vorsätzliche" Handlungen der israelischen Kampfpiloten für den versehentlichen Abschuss durch die syrische Luftabwehr verantwortlich.

Israel warnt vor Gefahren

Benjamin Netanyahu | Bildquelle: AP
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Israel werde seine Sicherheit weiterhin verteidigen, so Ministerpräsident Netanyahu.

In einem Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin warnte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach Angaben seines Büros davor, dass "die Weitergabe von hoch entwickelten Waffensystemen in unverantwortliche Hände die Gefahren in der Region noch steigern" werde. Israel werde "seine Sicherheit und seine Interessen weiterhin verteidigen". Man habe sich darauf geeinigt, dass die Koordination der Armeen weiter über die militärischen Kanäle erfolge.

Putin sagte in dem Gespräch mit Netanyahu nach Angaben des Kreml, die Maßnahmen seien nach den Ereignissen der vergangenen Woche angemessen. Sie zielten lediglich darauf ab, die russischen Soldaten zu schützen.

Russland ist militärische Schutzmacht des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad. Die syrische Armee setzt nach Moskauer Angaben das ältere System S-200 und andere russische Abwehrwaffen mit geringerer Reichweite ein. Russland schützt unter anderem seine syrische Luftwaffenbasis Hamaimim mit dem moderneren Luftabwehrsystem S-400.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell im Radio am 24. September 2018 um 13:45 Uhr.

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