Karte: Russland mit Woronesch

Auf russischem Militärgelände Soldat erschießt drei Kameraden

Stand: 09.11.2020 11:11 Uhr

In Russland kommt es immer wieder zu blutigen Zwischenfällen bei den Streitkräften. Auf einem Stützpunkt im Süden des Landes hat nun ein Wehrdienstleistender mindestens drei Soldaten getötet.

Auf einer russischen Militärbasis sind drei Soldaten durch einen Armeeangehörigen getötet worden. Der Angriff sei auf einem Stützpunkt nahe der südrussischen Stadt Woronesch verübt worden, wie die Armee laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax und die Behörden in der Stadt rund 500 Kilometer südlich von Moskau mitteilten.

Den Behörden zufolge habe ein junger Soldat mindestens drei seiner Kameraden erschossen. Der Wehrdienstleistende soll gegen fünf Uhr morgens einem Offizier eine Pistole entrissen und dann geschossen haben. Die Hintergründe und die Identität des Mannes waren zunächst unklar.

Ein Soldat habe den Angriff mit schweren Verletzungen überlebt, hieß es weiter. Er werde im Krankenhaus behandelt. Der mutmaßlicher Täter soll sich auf dem Gelände versteckt halten. Die Suche nach ihm laufe.

Das Kommando der Armeeeinheit arbeite mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um den Angreifer ausfindig zu machen und festzunehmen, teilte der westliche Militärbezirk mit.

Menschenrechtler sehen Drill und Schikane als Grund

In Russland kommt es immer wieder zu blutigen Zwischenfällen bei den Streitkräften mit Toten und Verletzten. Menschenrechtler sehen oft die Verhältnisse mit einem besonderen Drill und Schikane gegen junge Rekruten in der Armee als Grund dafür, dass Soldaten sich zum Äußersten gedrängt fühlen. Die Hintergründe der Taten bleiben meist im Dunkeln, immer wieder werden "persönliche Probleme" der Täter als Ursache für die Verbrechen genannt - nicht aber die Zustände in der Armee.

Im August 2015 tötete ein Soldat bei einem Amoklauf in einem Militärlager nahe der Stadt Kostroma rund 300 Kilometer nordöstlich von Moskau drei Kameraden und erschoss sich dann selbst.

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