New Yorker Polizisten vor dem Time Warner Center | Bildquelle: AP

Briefbomben in den USA Trumps Rhetorik in der Kritik

Stand: 25.10.2018 07:19 Uhr

Wie konnte die Feindseligkeit der politischen Lager in den USA so eskalieren? Während der frühere CIA-Chef Trump in der Verantwortung sieht, ruft Clinton dazu auf, das Land wieder zu einen.

Von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

Noch ist unklar, wer die Paketbomben verschickt hat. Doch die Suche nach dem Absender ist das eine, die Suche nach den Ursachen für diese Tat das andere.

John Brennan ist der ehemalige Direktor des Geheimdienstes CIA, auch an ihn war eine der Paketbomben adressiert. Brennan nahm im Interview mit CNN US-Präsident Donald Trump in die Verantwortung: "Seine Rhetorik hat diese Gefühle und Empfindungen befeuert, die sich jetzt in diesen potenziellen Gewalttaten niederschlagen. Ich hoffe, es macht Trump klar, dass es kontraproduktiv ist, wie er sich bislang verhalten hat."

Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Wisconsin | Bildquelle: dpa
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Donald Trump machte die "endlose Feindseligkeit" der US-Medien mitverantwortlich.

Republikaner hoffen auf Mäßigung Trumps

Trump rief nach dem Fund der Rohrbomben das Land zunächst zur Einheit auf. Das Weiße Haus verurteilte den Versand potenzieller Sprengsätze scharf und bezeichnete ihn als "terrorisierenden" Akt. Diese Handlungen seien "verachtenswert und jeder, der dafür verantwortlich ist, wird mit allen Möglichkeiten des Gesetzes zur Verantwortung gezogen", erklärte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Selbst aus seiner eigenen Partei wurde die Hoffnung laut, dass die Rohrbomben an seine Kritiker dafür sorgen, dass er künftig seine Tiraden, etwa gegen die Medien, zurückfährt. Der republikanische Senator Jeff Flake sagte, die Rhetorik des Präsidenten mache ihm schon lange Sorgen: "Ich hoffe, dass der Präsident diesen guten Worte folgt, die er gesagt hat. Und dass er Leute zurechtweist, die bei seinen Reden die Medien beschimpfen."

Adressaten der Briefbomben

- Milliardär George Soros
- Ex-Präsident Barack Obama
- Ex-Präsidentschaftskandidatin und -Außenministerin Hillary Clinton
- Ex-CIA-Direktor John Brennan
- Ex-Justizminister Eric Holder
- Die demokratische Abgeordnete Maxine Waters

"Terroristische Gangster"

Der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, sprach von einem terroristischen Akt mit dem Ziel, die Politik und freie Presse einzuschüchtern. Gleichzeitig betonte er, dass nach derzeitigem Kenntnissstand keine Bedrohung für weitere Ziele ausgemacht werden könne. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sah "terroristische Gangster" am Werk.

Am Abend dann war von den versöhnlichen Worten Trumps keine Rede mehr. Bei einem Wahlkampfauftritt in Wisconsin zielte Trump erneut auf Journalisten und ihre Arbeit: "Es ist auch die Verantwortung der Medien, einen zivilisierteren Ton zu setzen", sagte er. "Ihre endlose Feindseligkeit, die negativen, oft falschen Attacken und Geschichten müssen aufhören."

Sieben verdächtige Sendungen bisher entdeckt und entschärft
tagesschau 12:00 Uhr, 25.10.2018, Verena Bünten, ARD Washington

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Kongresswahlen in zwei Wochen

Neben Ex-CIA Chef Brennan waren die Rohrbomben unter anderem auch an den ehemaligen Präsidenten Obama und den früheren Justizminister Eric Holder adressiert. Eine weitere Rohrbombe sollte an Hillary Clinton gehen, die bei der Präsidentschaftswahl 2016 für die Demokraten gegen Trump angetreten war.

Clinton sagte: "Das sind besorgniserregende Zeiten, oder? Es sind Zeiten tiefer Spaltung. Und wir müssen alles tun, das wir können, um unser Land wieder zu vereinen."

Die Paketbomben wurden zwar noch rechtzeitig abgefangen, doch ihre Sprengkraft zeigt sich nun auch in der politischen Debatte. Zwei Wochen vor den wichtigen Kongresswahlen sind die Vereinigten Staaten in Aufruhr.

Politische Reaktionen auf Paketbomben - die Suche nach den Schuldigen läuft
Sebastian Schreiber, HR Washington
25.10.2018 06:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Oktober 2018 um 09:00 Uhr.

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