Kinder spielen an einer Wasserfontäne im Washington Square Park in Manhattan. | Bildquelle: REUTERS

Gefühlte 44 Grad New York rüstet sich für Hitzewelle

Stand: 20.07.2019 10:34 Uhr

Hitze wie in Texas, Luftfeuchtigkeit wie in Florida - New York erwartet ein heißes Wochenende. Alle Veranstaltungen draußen wurden abgesagt. Nach dem Blackout vergangene Woche steht die Stromversorgung vor einer Belastungsprobe.

Heiß und stickig ist es in New York eigentlich den ganzen Sommer über. Doch die Hitzewelle, die dieses Wochenende über die Stadt rollt, ist außergewöhnlich. Selbst für den Wettermann des lokalen Fernsehsenders. "Es ist nicht nur die Hitze, sondern die Kombination von Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Wir haben Temperaturen wie in Texas und eine Feuchtigkeit wie in Florida. Und diese Kombination ist so gefährlich. Wir reden über einen Hitzeindex von 44 Grad."

Der Hitzeindex ist so etwas wie die gefühlte Temperatur. Auf dem Thermometer sind es aber auch immerhin bis zu 38 Grad Celsius. In den aufgeheizten Betonschluchten Manhattans oder in U-Bahnhöfen kann es noch heißer werden.

Behörden in Alarmbereitschaft

Bürgermeister Bill de Blasio jedenfalls hat für das Wochenende den Hitzenotstand ausgerufen und einen Ratschlag: "Im Haus bleiben. Und damit niemand auf die Idee kommt, ohne Not doch rauszugehen, wurde der New York City Triathlon abgesagt und auch ein großes Festival im Central Park. Notfallnummern sind eingerichtet." Auch die Behörden seien in Alarmbereitschaft. Wer keine Klimaanlage zu Hause hat, kann in sogenannte Cooling Center gehen, die in städtischen Gebäuden und öffentlichen Bibliotheken eingerichtet wurden.

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. "Kino, klimatisierte Restaurants, Einkaufszentren. Hauptsache irgendwohin, wo es nicht so heiß ist", sagt die für das Notfallmanagement der Stadt verantwortliche Beauftragte, Deanne Criswell. Sorgen macht ihr auch die anfällige Stromversorgung New Yorks.

Sorge vor erneutem Blackout

Bereits vergangenes Wochenende hatte es für mehrere Stunden einen Blackout in Manhattan gegeben. Wenn heute und morgen alle Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, ist das ein Stresstest für Energieversorger Con Edison und den Bürgermeister. "Ich haben mit denen gesprochen. Sie erwarten, dass genügend Strom zur Verfügung steht", sagt de Blasio. Um sicher zu gehen, rief er dazu auf, bis Sonntagabend Energie zu sparen. Zudem wies er per Dekret an, dass in Bürohochhäusern die Luft bis Sonntagabend nur bis höchstens 24 Grad heruntergekühlt werden darf.

In der Nacht von Sonntag auf Montag soll sich die Hitze verziehen, sagen die Meteorologen. Wer kann, flüchtet bis dahin aus der Stadt. "Ich mache mir schon ein bisschen Sorgen. Ich versuche, ganz früh einen Zug nach Long Island zu nehme.n Am Strand ist es ein paar Grad kühler. Ich versuche noch rechtzeitig aus der Stadt zu kommen", sagt eine Passantin.

Viel trinken!

Wer das nicht mehr schafft, oder bleiben will oder muss, für den werden die Öffnungszeiten der öffentlichen Schwimmbäder bis in den Abend verlängert.

Das Wichtigste sei jetzt, viel zu trinken, sagt New Yorks oberste Medizinerin Dr. Oxiris Barbot. "Am besten Wasser. Wenn Sie etwas anderes trinken, dann achten Sie darauf, dass es koffeinfrei ist. Und halten Sie sich von Alkohol fern."

Auch Deutschland erwartet Hitze

Auch für Deutschland wird eine weitere Hitzeperiode vorhergesagt. Mitte kommender Woche könnte die gefühlte Temperatur regional bei über 38 Grad liegen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD, empfiehlt, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Nicht nur für gesundheitlich geschwächte Menschen sei es an so heißen Tagen wichtig, viel zu trinken. "Halten Sie Ihre Wohnung kühl, denn ein erholsamer Schlaf hilft dabei, die Hitze des Tages besser zu verkraften", so die Empfehlung. Die Hitze soll mindestens bis zum nächsten Wochenende bleiben.

Beat the heat: Rekordhitze-Wochenende in New York
Peter Mücke, ARD New York
20.07.2019 09:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete WDR5 im Mittagsecho am 20. Juli 2019 um 13:47 Uhr.

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