Chang'e 5 | dpa

Raumkapsel gelandet China meldet erfolgreiche Mondmission

Stand: 16.12.2020 22:17 Uhr

Erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten ist wieder Mondgestein auf die Erde gebracht worden - von einer chinesischen Raumsonde. Sie landete nach ihrer erfolgreichen Mission in der Inneren Mongolei.

Ruth Kirchner ARD-Hauptstadtstudio

Von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking, zzt. in Berlin

Die Mondsonde Chang'e 5 landete an einem Fallschirm in der schneebedeckten Steppe der Inneren Mongolei im Norden Chinas, wie Staatsmedien berichteten. In dem unwegsamen Gelände wurde die Kapsel noch in der Nacht geborgen. Sie soll in einem guten Zustand sein, hieß es im Staatsfernsehen. Es ist das erste Mal seit 44 Jahren, dass wieder Gesteinsproben vom Mond auf die Erde gebracht wurden.

Nächstes Ziel: Mondlandung

China ist nach den USA und der Sowjetunion das dritte Land, dem eine solche Mission gelungen ist. Die Chang'e 5, benannt nach der chinesischen Mondgöttin, war im November gestartet und am 1. Dezember auf dem Mond gelandet. Die Mission mit komplizierten Andockmanövern in der Mondumlaufbahn war eine der schwierigsten in Chinas Raumfahrtgeschichte und gilt auch als Vorbereitung für eine geplante bemannte chinesische Mondlandung.

Wissenschaftler sind gespannt

Forscher warten gespannt auf das Mondgestein, das die Chang'e 5 mitgebracht hat. Es soll einige Milliarden Jahre jünger sein als die in den 1960er- und 1970er Jahren gesammelten Gesteinsproben der Amerikaner und Sowjets. Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Geschichte des Mondes und anderer Himmelskörper im Sonnensystem. Die chinesische Mondmission hat für die Volksrepublik China auch eine politische Dimension. So berichtet die Zeitung Global Times, dass einige Gesteinsproben in die Provinz Hunan gebracht werden sollen, als Ehrung für Staatsgründer Mao Zedong, der aus der südchinesischen Region stammte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Dezember 2020 um 22:53 Uhr.