Regisseur Roman Polanski vor einem Filmplakat | Bildquelle: AP

Antrag bei Gericht Polanski will zurück in Oscar-Akademie

Stand: 20.04.2019 02:53 Uhr

Vor knapp einem Jahr hatte ihn die Oscar-Akademie rausgeworfen - Hintergrund waren Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Nun versucht Regisseur Roman Polanski per Gericht, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Der umstrittene Regisseur Roman Polanski will vor Gericht seine Wiederaufnahme in die für die Oscar-Vergabe zuständige Filmakademie erstreiten. Am Freitag bat der 85-Jährige ein Gericht in Los Angeles, bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences seine Rückkehr als vollberechtigtes Mitglied durchzusetzen.

Im vergangenen Mai hatte die Oscar-Akademie in einem ungewöhnlichen Schritt sowohl Polanski als auch den Entertainer Bill Cosby wegen sexuellen Fehlverhaltens ausgeschlossen. Monate zuvor hatte sie schon die Mitgliedschaft des gefallenen Filmmoguls Harvey Weinstein beendet.

Oscar-Akademie bleibt bei Entscheidung

Polanski legte Widerspruch gegen seinen Ausschluss ein, doch die Academy wies ihn ab. In seinem aktuellen Antrag argumentierte er, die Filmakademie habe gegen ihre eigenen Regeln verstoßen, indem sie ihn ohne ausreichende Vorankündigung hinausgeworfen habe. Er und seine Anwälte hätten so kaum Zeit bekommen, sich dagegen zu wehren.

Die Oscar-Akademie wies die Vorwürfe Polanskis inzwischen zurück. Die Entscheidung sei "fair und nachvollziehbar" getroffen worden, man bleibe dabei, hieß es in einem Statement.

Polanski ist nach wie vor flüchtig, nachdem er sich 1977 schuldig bekannte, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Im Jahr darauf verließ er die USA, seitdem lebt er in Europa.

Zum Zeitpunkt seines Rauswurfs war er fast 50 Jahre Mitglied der Filmakademie, seine Filme waren für 28 Oscars nominiert. 2003 bekam er für "Der Pianist" die Trophäe als bester Regisseur.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Mai 2018 um 20:00 Uhr.

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