Ein Satellitenbild der Forschungsanlage Sanumdong nahe Pjöngjang. | Bildquelle: REUTERS

Atomenergie-Agentur Wieder Sorge über Nordkoreas Atomprogramm

Stand: 21.08.2018 17:18 Uhr

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un betonte mehrfach, dass er seine nuklearen Aktivitäten einschränken will. Doch ein neuer Bericht der IAEA bezeichnet die Lage in Nordkorea als "besorgniserregend".

Auch mehr als zwei Monate nach dem Treffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea nach Ansicht der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) seine nuklearen Aktivitäten nicht eingeschränkt.

"Die Fortsetzung und weitere Entwicklung des Nuklearprogramms der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea ist äußerst besorgniserregend", heißt es in einem Jahresreport der IAEA zu Nordkorea. Der Report bezieht sich auch auf die Zeit nach den beiden Gipfeltreffen Kims mit Trump im Juni und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in Ende April. Im September soll der Bericht der IAEA-Jahresversammlung vorgelegt werden.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un berührt US-Präsident Trump am Rücken. | Bildquelle: AFP
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Während ihres Treffens im Juni hatte der nordkoreanische Machthaber Kim gegenüber dem US-Präsidenten Trump betont, dass er sich für eine vollständige Entnuklearisierung einsetzen will.

Bau des Leichtwasserreaktors wurde fortgesetzt

Die IAEA, die in Nordkorea seit dem Rauswurf ihrer Inspekteure im Jahr 2009 nicht mehr vertreten ist, verweist auf Beobachtung durch zugängliche Informationen und Satellitenbilder. Es gebe Hinweise darauf, dass das radiochemische Labor im Atomkomplex Yongbyon seine Aktivitäten "zwischen Ende April und Anfang Mai 2018" fortgesetzt habe.

Pjöngjang setze außerdem den Bau seines Leichtwasserreaktors fort sowie die Gewinnung und Konzentration von Uran an der Stätte Pyongsan. In dem Bericht fordert Amano Nordkorea erneut auf, seine internationalen Verpflichtungen "vollständig" zu erfüllen. Die IAEA sei bereit, die Inspektionen in Nordkorea sehr schnell wieder aufzunehmen.

Keine konkreten Zusagen zur Abrüstung

Kim hatte sein Engagement für eine "vollständige Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel" am 12. Juni beim historischen Gipfeltreffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump betont. Kim Jong Un "bekräftigte sein festes und unerschütterliches Engagement für eine komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel", hieß es etwa in der gemeinsamen Erklärung nach dem USA-Nordkorea-Gipfel am 12. Juni in Singapur. Konkrete Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden sollte, gab es nach diesem Treffen aber nicht.

Trump hatte noch im Juli via Twitter über die Entwicklungen in Nordkorea gesagt, dass er froh sei, dass seit mehr als neun Monaten keine Rakete gestartet und Atomtests von Nordkorea durchgeführt worden seien. Bereits Ende Juli gab es Hinweise darauf, dass Nordkorea auch weiterhin an seinem Atomprogramm festhält.

Geheimdienste in den USA hätten Hinweise darauf, dass Nordkorea in einer Forschungseinrichtung nahe Pjöngjang möglicherweise ein bis zwei neue Interkontinentalraketen baue, die potenziell amerikanisches Festland erreichen könnten, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungsbeamte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. August 2018 um 15:45 Uhr.

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