Bundeskanzlerin Merkel. | REUTERS

Rede bei UN-Sondergipfel Merkel sieht Licht am Ende des Tunnels

Stand: 04.12.2020 02:06 Uhr

In ihrer Video-Rede beim UN-Sondergipfel hat Bundeskanzlerin Merkel der WHO den Rücken gestärkt. Sie sprach sich zudem für eine faire globale Verteilung von Impfstoffen aus.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Als erstes hob Merkel die Organisation hervor, der die Trump-Regierung den Rücken zugekehrt hatte: Die Weltgesundheitsorganisation. Am Streit über die Rolle der WHO bei der Bekämpfung der Pandemie war lange ein Corona-Beschluss der Weltgemeinschaft gescheitert. Und damit die Grundlage für diesen Gipfel.  Merkel betonte nun: Die UN-Organisation müsse gestärkt werden.

Sie muss noch besser imstande sein, auf grenzüberschreitende Bedrohungen der Gesundheit reagieren zu können.
Antje Passenheim ARD-Studio New York

Dafür setze sich Deutschland während seiner EU-Ratspräsidentschaft ein und auch im Rahmen der Großen Industrienationen. Merkel zeigte sich auch hoffnungsfroh:

Doch bei allen Beschwernissen in diesem von der Pandemie bestimmten Krisenjahr zeigt sich ein Licht am Ende des Tunnels.

Merkel: Menschen weltweit brauchen fairen Zugang zu Impfstoff

Das habe viel mit dem Anti-Covid-19-Programm der UN zu tun. Zu ihm gehört die Covax-Allianz für eine faire Verteilung von Impfstoffen - vor allem auch an ärmere Länder.

Damit steht uns eine globale Plattform zur Entwicklung und Verteilung von Medikamenten, Diagnostika und Impfstoffen zur Verfügung.

Die Plattform brauche aber mehr finanzielle Unterstützung, um bessere Wirkung zu entfalten. Merkel betonte: Die Pandemie könne nur dann überwunden werden, wenn alle Menschen weltweit einen fairen Zugang zu wirksamen Impfstoffen erhalten. Zuvor hatte UN Generalsekretär Antonio Guterres offen seinen Frust über den Umgang mancher Regierungen mit der Pandemie und der WHO ausgedrückt.

Von Anfang an hat die Weltgesundheitsorganisation Informationen und wissenschaftliche Ratschläge zur Verfügung gestellt, die Grundlage für eine weltweit koordinierte Antwort auf die Pandemie hätten sein können. Leider sind viele der Ratschläge ignoriert worden - manchmal sogar Fakten. Aber wenn Länder in unterschiedliche Richtungen gehen, dann verbreitet sich das Virus in alle Richtungen.

Heute Beratungen zur Verteilung von Impfstoffen

Das Ergebnis: Mindestens 1,5 Millionen Tote weltweit und mehr als 62 Millionen Erkrankte. Und eine Krise, wie sie die Welt lange nicht erlebt hat, sagte der Präsident der Generalversammlung Volkan Bozkir: Seit dem Sommer hatte er auf dieses Sondertreffen der Generalversammlung gedrängt. Doch die Staatengemeinschaft brauchte bis November, um sich darauf zu einigen.

Am zweiten Tag sollen Vertreter der Zivilgesellschaft und Forschung auf einem Panel über die weltweite Verteilung eines Impfstoffs beraten. Aus Mainz sollen dazu auch die Chefs von Biontech zugeschaltet werden, die zusammen mit Pfizer einen Impfstoff entwickelt haben.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 04. Dezember 2020 um 08:04 Uhr.