Heiko Maas und Logo der Vereinten Nationen | Bildquelle: dpa

50 Ländervertreter dabei Allianz gegen nationale Alleingänge

Stand: 26.09.2019 20:12 Uhr

Die Idee der "Allianz für Multilateralismus" von Außenminister Maas nimmt Form an. Vertreter aus 50 Ländern vereinbarten in New York konkrete Schritte. Ziel ist es, die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

Zusammen mit Vertretern aus mehr als 50 Ländern hat Bundesaußenminister Heiko Maas eine "Allianz für Multilateralimus" gestartet, die internationale Zusammenarbeit stärken soll. "Trotz aller Krisen, die es gibt: Die regelbasierte internationale Ordnung hat uns Frieden und Wohlstand wie noch nie zuvor in der Geschichte gebracht. Wir müssen sie verteidigen", sagte Maas bei der Auftaktveranstaltung am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

Gegenmodell zu "America first"

Maas hatte die Idee der Allianz im Juli vergangenen Jahres erstmals präsentiert - quasi als Gegenmodell zu US-Präsident Donald Trumps "America first". Länder wie Frankreich, Japan und Kanada arbeiten seit längerer Zeit daran mit. Das Treffen in New York war aber die erste größere Veranstaltung, um das Bündnis auf den Weg zu bringen.

Heiko Maas bei den UN in New York. | Bildquelle: AFP
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Ideengeber für die Allianz für internationale Zusammenarbeit: Heiko Maas bei den UN in New York.

Abkommen stärken, Reform voranbringen

Die Allianz soll bestehende internationale Abkommen stärken, die Reform internationaler Institutionen voranbringen und eine engere Kooperation da fördern, wo es international noch Regelungsbedarf gibt. Sie ist als loses Netzwerk geplant und nicht als Gruppe mit fest geregelter Mitgliedschaft wie etwa die G7 oder die G20.

Bei der Auftaktveranstaltung ging es um die Stärkung des Völkerrechts und der Menschenrechte, Abrüstung, Krisenprävention, Klimawandel, Friedenskonsolidierung und um Cyber-Sicherheit.

Maas setzt Kontrapunkt

Die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit war auch Schwerpunkt der Rede Maas' vor der UN-Vollversammlung. Damit setzte er einen Kontrapunkt zu Rednern wie US-Präsident Donald Trump, Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani.

Trump hatte in seiner Rede vor der Vollversammlung gesagt: "Die Zukunft gehört nicht den Globalisten. Die Zukunft gehört den Patrioten." Maas hielt dagegen: "Zusammenarbeit ist alles andere als Verrat am eigenen Land. Sie schafft vielmehr die Voraussetzung dafür, dass es unseren Ländern gut geht", sagte der SPD-Politiker. "Wer sein Land liebt, der setzt auf Zusammenarbeit. Denn nur so haben wir alle eine Zukunft."

Die Allianz der Multilateralisten soll nun ein Gegengewicht gegen nationale Alleingänge bilden. Bei der Auftaktveranstaltung waren aber auch Länder vertreten, die man nicht dort vermuten würde. Die Außenminister der rechtsgerichteten Regierungen Polens und Ungarns standen auf der Teilnehmerliste und die USA schickten ebenfalls einen Diplomaten.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 26. September 2019 um 21:07 Uhr.

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