Ein Mann steckt seinen Wahlzettel in eine Wahlurne | Bildquelle: AFP

Wahl in Kolumbien Fast niemand wählt die FARC

Stand: 12.03.2018 05:01 Uhr

Es war die erste Parlamentswahl in Kolumbien nach dem Frieden mit der FARC: Stärkste Kraft wurden zwar die Konservativen - die regierenden Zentrumsparteien holten zusammen aber mehr Stimmen. Für die FARC stimmte kaum jemand.

Bei der ersten Parlamentswahl in Kolumbien seit dem Friedensschluss mit der linken FARC-Guerilla ist die rechtskonservative Partei von Ex-Präsident Álvaro Uribe zwar stärkste Kraft geworden. Sein rechtskonservativer Centro Democrático kam nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen auf 16,5 Prozent für den Senat und 16,1 für die Abgeordnetenkammer.

Rechtskonservative setzt sich bei Parlamentswahl in Kolumbien durch
tagesschau 12:00 Uhr, 12.03.2018, Matthias Ebert, SWR

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Die drei Parteien der Zentrumskoalition von Präsident Juan Manuel Santos kamen jedoch zusammen auf 38 beziehungsweise 43 Prozent. Verschiedene linke Gruppierungen brachten es insgesamt auf jeweils rund elf Prozent für beide Parlamentskammern.

Die nach dem Friedensschluss 2016 in eine Partei umgewandelte FARC lag dagegen mit unter einem Prozent weit abgeschlagen. Vielen Kolumbianern sind die früheren Rebellen wegen ihrer jahrzehntelangen Anschläge verhasst. Der ehemaligen Guerilla-Kämpfer stehen nach den Bestimmungen des Friedensvertrags aber unabhängig von ihrem Stimmenanteil fünf der insgesamt 166 Sitze im Abgeordnetenhaus sowie fünf der 102 Senatssitze zu.

Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent bei 36 Millionen Wahlberechtigten.

Kolumbiens Pärsident Santos und Oppositionsführer Uribe | Bildquelle: AP
galerie

Die Partei von Oppositionsführer Uribe (li.) bekam am meisten Stimmen, die Parteien der Zentrumskoalition von Präsident Santos (re.) kamen jedoch insgesamt auf rund 43 Prozent.

Gleichzeitig Wahl der Bewerber für Präsidentenamt

Die Abstimmung galt auch als Test für die Präsidentenwahl am 27. Mai. Neben der Parlamentswahl fanden auch Vorwahlen zur Bestimmung der Präsidentschaftskandidaten des rechten Wahlbündnisses um Uribe und einer Mitte-Links-Allianz statt.

Bei den rechten Kräften wurde Senator Iván Duque gewählt, im linken Lager wurde der frühere Bürgermeister von Bogotá, Gustavo Petro, zum Kandidaten bestimmt. Duque und Petro gehören nach Umfragen zu den aussichtsreichsten Bewerbern bei der Präsidentenwahl. Duque steht dem Friedensprozess mit der Guerilla kritisch gegenüber und schlägt Änderungen der Vertragsumsetzung vor. Petro dagegen unterstützt das Abkommen mit der FARC und befürwortet einen Abschluss der von Santos begonnenen Verhandlungen mit der kleineren ELN-Guerilla, die für die Wahlen eine Waffenruhe ausgerufen hatte.

Der Urnengang verlief ohne gewalttätige Zeischenfälle. "Wir können mit Stolz sagen, dass es die ruhigsten Wahlen in der jüngeren Geschichte Kolumbiens sind", sagte Friedensnobelpreisträger Santos bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Bogotá. Santos darf am 27. Mai nicht mehr antreten, da die Verfassung keine Wiederwahl erlaubt.

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