Die Polizei nimmt einen Demonstranten in Bogota fest. | Bildquelle: dpa

Aufruhr in Kolumbien Drei Tote bei Protesten gegen Regierung

Stand: 22.11.2019 19:32 Uhr

Die Demonstrationen in Kolumbien sind in Gewalt umgeschlagen. Drei Menschen kamen bei Ausschreitungen ums Leben. In der Stadt Cali verhängte die Verwaltung eine Ausgangssperre.

In Kolumbien sind Proteste gegen die rechtskonservative Regierung eskaliert. Bei Ausschreitungen am Rande von Demonstrationen kamen am Donnerstag drei Menschen ums Leben, wie Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo mitteilte.

Zudem seien mehr als 270 Zivilisten und Sicherheitskräfte verletzt worden. 98 Verdächtige seien festgenommen worden. Bei den massiven Protesten waren zehntausende Kolumbianer gegen die Sozial- und Sicherheitspolitik der Regierung auf die Straße gegangen.

Drei Tote und zahlreiche Verletzte bei Regierungsprotesten in Kolumbien
tagesschau 20:00 Uhr, 22.11.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt

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Elf Vorermittlungen gegen Polizisten

Die gewaltsamen Zusammenstöße ereigneten sich vor allem im Westen des Landes. Zwei Menschen seien in Buenaventura bei einer versuchten Plünderung getötet worden, sagte Trujillo. Bei Auseinandersetzungen mit mutmaßlichen Plünderern seien zudem ein Polizist und ein Soldat verletzt worden.

Die Polizei zerstreut auf dem Bolivar-Platz während eines landesweiten Streiks in der Innenstadt von Bogota regierungskritische Demonstranten. | Bildquelle: dpa
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Die Polizei zerstreut auf dem Bolivar-Platz während eines landesweiten Streiks in der Innenstadt von Bogota regierungskritische Demonstranten.

Ein weiterer Mensch wurde den Angaben zufolge in Candelaria getötet. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, auch dieser Todesfall stehe im Zusammenhang mit den Ausschreitungen. Laut Trujillo wurden überdies elf Vorermittlungen zu einem möglichem "irregulären" Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten in der Hauptstadt Bogotá sowie in Cali, Manizales und Cartagena eingeleitet.

Blendgranaten gegen Studenten

Rund 200.000 Menschen waren am Donnerstag in zahlreichen Städten des südamerikanischen Landes gegen die Regierung von Präsident Iván Duque auf die Straße gegangen. Dem Generalstreik und den Massenkundgebungen, die von den Gewerkschaften organisiert wurden, hatten sich auch Studenten, indigene Gruppen, Umweltschützer und die Opposition angeschlossen.

Flammen im Lievano Palast, dem Bürgermeisteramt von Bogotá. | Bildquelle: dpa
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Flammen im Lievano Palast, dem Bürgermeisteramt von Bogotá.

In Bogotá setzte die Polizei Blendgranaten gegen Studenten ein, die zu Tausenden zum internationalen Flughafen der Hauptstadt zogen. Die heftigsten Ausschreitungen ereigneten sich in Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens. In der Folge verhängte die Stadtverwaltung eine Ausgangssperre. Nach Regierungsangaben normalisierte sich die Lage in Cali sowie in Bogotá wieder.

Kampf gegen Splittergruppen der FARC

Die Proteste waren die massivsten der vergangenen Jahre. Duque hatte in einer Fernsehansprache eingeräumt, dass einige Forderungen der Demonstranten berechtigt seien. Zugleich beklagte er eine durch "Lügen" angeheizte Kampagne, mit der neue Gewalt angestachelt werden solle.

Duque hat seit seinem Amtsantritt im August 2018 eine Wende in der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik Kolumbiens vollzogen. Er kritisierte etwa das Friedensabkommen mit der Guerilla-Gruppe FARC als zu nachgiebig und ging seither hart gegen eine Splittergruppe der Farc vor.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. November 2019 um 20:00 Uhr.

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