Abschlussberatungen in Kattowitz | Bildquelle: REUTERS

Konferenz in Kattowitz UN-Klimagipfel erzielt Einigung

Stand: 15.12.2018 23:00 Uhr

Nach zwei Wochen zäher Verhandlungen haben sich die Staatenvertreter bei der UN-Weltklimakonferenz in Kattowitz auf ein Paket zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens geeinigt.

Drei Jahre nach der historischen Einigung auf das Pariser Klimaabkommen haben fast 200 Staaten gemeinsame Regeln für die praktische Umsetzung beschlossen. Der Chef der UN-Klimakonferenz in Polen, Michal Kurtyka, besiegelte den Kompromiss des Plenums in Kattowitz mit einem Hammerschlag.

Ziel des Abkommens ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Dafür muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl in den kommenden Jahren drastisch reduziert werden. Derzeit steuert die Erde auf eine Erwärmung von mindestens drei Grad zu.

Michal Kurtyka bei der Klimakonferenz in Kattowitz | Bildquelle: dpa
galerie

"Das war harte Arbeit": Konferenzchef Kurtyka

Zwei Wochen war in der polnischen Stadt verhandelt worden, mit einem Tag Verspätung steht nun das Abschlussdokument. Die Verhandlungsteams begrüßten den Beschluss mit Applaus und Jubelrufen. "Das war harte Arbeit", sagte Kurtyka und sprach von einem "historischen Moment."

Erleichtert äußerte sich auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Es gebe nun gemeinsame Regeln für alle, wie sich die Staaten künftig beim Klimaschutz vergleichen und messen. "Wir müssen dafür sorgen, dass diese Erde bewohnbar bleibt. Und das ist die Verantwortung dieser Generation."

Transparenzregeln und Standards

Unter anderem vereinbarte der Gipfel Transparenzregeln und Standards zur CO2-Erfassung, damit die Klimaschutz-Anstrengungen der Staaten miteinander vergleichbar sind. Arme Länder erhalten allerdings Zeit, um die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Insbesondere ein Streit um Berechnungsverfahren beim Emissionshandel hatte den Abschluss verzögert. Dabei pochte Brasilien auf eine Formulierung, die nach Auffassung anderer Staaten eine Doppelzählung seiner Emissionsminderungen ermöglicht hätte. Die Lösung des Streits wurde vertagt.

Die Einigung sieht vor, dass zur Unterstützung der armen Länder im Kampf gegen den Klimawandel die Industriestaaten im Zwei-Jahres-Turnus einen Bericht über ihre künftigen Finanzhilfen für Anpassung und Klimaschutz abgeben müssen. Das soll Entwicklungsländern Planungssicherheit geben. Allerdings können sich die reichen Staaten auch Kredite voll anrechnen lassen, was bei Hilfsorganisationen auf Protest stößt.

Abschlusserklärung des Klimagipfels
tagesthemen 23:30 Uhr, 16.12.2018, Jan Koch, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

100 Milliarden Dollar jährlich ab 2020

Laut Pariser Klimaabkommen müssen die Industrieländer ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung in armen Staaten zur Verfügung stellen. Außerdem werden Schäden und Verluste durch den Klimawandel künftig bei den regelmäßigen Bestandsaufnahmen zur Umsetzung des Paris-Abkommens erfasst. Dieser Punkt gilt als Erfolg besonders bedrohter Inseln, die sich für den Umgang mit Schäden, wie sie etwa der steigende Meeresspiegel verursacht, mehr Unterstützung wünschen. In einem ersten Entwurf zu der Abschlusserklärung war das Thema nur in einer Fußnote aufgetaucht.

In Kattowitz bekräftigten die Staaten, dass sie bis 2020 aktualisierte Klimaziele vorlegen werden, wie es das Pariser Abkommen vorsieht. Eine Aufforderung, dass die Ziele deutlich erhöht werden sollen, wie es Klimaschützer gefordert hatten, findet sich in dem Text aber nicht.

Wiedersehen in Chile

Das Abschlussdokument enthält auch eine Anerkennung des jüngsten Sonderberichtes des Weltklimarates, in dem verstärkter Einsatz zur Erreichung des 1,5-Grad-Zieles angemahnt wird. Dieser Punkt war in den Verhandlungen besonders umstritten gewesen. Die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland hatten sich dagegen positioniert. Hier gibt es nun eine Kompromissformel.

Der nächste UN-Klimagipfel findet in Chile statt, und zwar nach Angaben des dortigen Umweltministeriums entweder im Dezember 2019 oder Januar 2020.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 15. Dezember 2018 um 23:30 Uhr.

Darstellung: