Türkische Polizeikräfte stehen vor der Residenz des saudischen Konsuls in Istanbul. | Bildquelle: SEDAT SUNA/EPA-EFE/REX/Shutterst

Fall Khashoggi "Gewisse Beweise" im Konsulat?

Stand: 16.10.2018 21:15 Uhr

Zeichnen sich Antworten im Fall Khashoggi ab? Bei einer Inspektion des saudischen Konsulats will die Türkei Hinweise gefunden haben, was mit dem Journalisten geschah. US-Außenminister Pompeo wird in der Türkei erwartet.

Im Fall des verschwundenen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat die türkische Polizei einem Medienbericht zufolge Hinweise auf seine Tötung: Man habe "gewisse Beweise" bei der Durchsuchung des saudischen Konsulats in Istanbul gefunden, meldete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen hochrangigen türkischen Staatsbediensteten.

In der Nacht zum Dienstag hatte ein Team aus türkischen und saudischen Ermittlern neun Stunden lang das Konsulat inspiziert. Nach der Durchsuchung gab ein Behördenvertreter an, die Polizisten hätten mehrere Proben genommen, die nun analysiert werden sollen, unter anderem von der Erde aus dem Garten des Konsulats.

Neue Entwicklungen im Fall Khashoggi nach Durchsuchung von saudi-arabischem Konsulat
tagesthemen 21:35 Uhr, 16.10.2018, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Konsul verlässt Türkei - Wohnsitzt durchsucht

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sprach ebenfalls von ersten Hinweisen. Man schaue sich mögliche Spuren "giftiger Substanzen" genauer an, sagte er. Die seien überstrichen worden. Er hoffe auf baldige Ergebnisse, die helfen können, "eine Meinung zu bilden". Die Ermittler arbeiteten intensiv daran, herauszufinden, was genau im Konsulat passiert sei.

Die Ermittler begannen außerdem, den Wohnsitz des Konsuls Mohammed Al-Otaibi zu durchsuchen. Sicherheitskräfte bauten vor seiner Villa Barrikaden auf. Der Konsul selbst soll türkischen Staatsmedien zufolge am Nachmittag aus der Türkei nach Saudi-Arabien abgereist sein. Aus Riad gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Jamal Khashoggi (Archiv Foto von 2011) | Bildquelle: AFP
galerie

Der saudische Journalist Jamal Kashoggi (Archivfoto von 2011) hatte Anfang Oktober das Konsulat in Istanbul betreten, jedoch nicht wieder verlassen.

Trump: "Antworten werden bald folgen"

In der saudi-arabischen Hauptstadt begrüßte Außenminister Adel Al-Dschubair seinen US-Amtskollegen Mike Pompeo und begleitete ihn zum Königspalast. Dort dankte Pompeo König Salman dafür, dass dieser seinem "Besuch an der Stelle von Präsident Trump" zugestimmt habe. Die beiden sprachen hinter verschlossenen Türen über den Fall des Journalisten, der am 2. Oktober das Konsulat in Istanbul betreten, jedoch nicht wieder verlassen hatte.

Später traf Pompeo auch Kronprinz Mohammed, der die USA und Saudi-Arabien als "starke und alte Verbündete" bezeichnete und sagte: "Wir stellen uns Herausforderungen gemeinsam - der Vergangenheit, der Gegenwart, morgen."

Der Fall Khashoggi ist auch für die USA brisant, da der Journalist dorthin aus Angst vor politischer Verfolgung ins Exil geflüchtet war und unter anderem für die "Washington Post" geschrieben hatte. US-Präsident Donald Trump positioniert sich im Fall der mutmaßlichen Tötung nicht eindeutig. Einerseits drohte er Riad mit harten Strafen, falls sich der Fall nicht aufkläre, andererseits spekulierte er vor Journalisten darüber, dass der saudische König Salman möglicherweise "schurkenhafte Killer" im Verdacht haben könnte.

Zuletzt sagte er, die USA arbeiteten mit Saudi-Arabien und der Türkei auf eine Aufklärung des Falls hin. Am Mittwoch twitterte er, er habe mit Kronprinz Mohammed und Pompeo telefoniert. Der Kronprinz habe ihm versichert, dass er bereits mit einer vollständigen Untersuchung des Falls bereits begonnen habe: "Antworten werden bald folgen."

US-Außenminister Pompeo wird am Mittwoch in der Türkei erwartet, wie eine Sprecherin mitteilte.

Ermordung Khashoggis - Politische Reaktionen in den USA
Arthur Landwehr, ARD Washington
17.10.2018 08:03 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. Oktober 2018 um 21:35 Uhr.

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