Loch in der Gemeinde Totalán in der Provinz Málaga | Bildquelle: picture alliance/dpa

Tod eines Kindes im Brunnenschacht Einigung im Fall von Julen

Stand: 20.01.2020 14:52 Uhr

Vor einem Jahr war der zweijährige Julen in Spanien in einen tiefen Brunnenschacht gestürzt und gestorben. Nun haben sich seine Eltern und der Besitzer des Grundstücks außergerichtlich geeinigt.

Im Fall des in einem Brunnenschacht gestorbenen Kleinkindes Julen wird der Prozess in Spanien wohl in letzter Minute abgesagt. Einen Tag vor dem geplanten Beginn des Verfahrens gegen den Finca-Besitzer, auf dessen Grundstück in Andalusien das Unglück vor einem Jahr passiert war, haben sich Anklage und Verteidigung offenbar außergerichtlich geeinigt.

Beschuldigter akzeptiert Strafen

Der Beschuldigte habe sich bereiterklärt, den Vorwurf der fahrlässigen Tötung wegen schwerer Nachlässigkeit sowie eine Haftstrafe von einem Jahr zu akzeptieren. Das berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und andere spanische Medien unter Berufung auf Justizquellen. Außerdem werde der Mann den Eltern eine Entschädigung zahlen.

Ins Gefängnis muss er allerdings wohl nicht: Denn in Spanien werden Haftstrafen von bis zu zwei Jahren bei nicht vorbestraften Angeklagten so gut wie immer zur Bewährung ausgesetzt. Zeitungen sprachen von einer "unerwarteten Wende im Fall Julen". Die Einigung müsse aber noch vom Gericht abgesegnet werden.

Staatsanwaltschft wollte drei Jahre Haft

Eigentlich sollte das Verfahren in Málaga morgen mit etwa 50 Zeugen starten. Die Staatsanwaltschaft wollte drei Jahre Haft fordern. Der Finca-Besitzer hatte das Loch auf der Suche nach Wasser illegal ausgehoben, was in Spanien keine Seltenheit ist. Laut Anklage soll er aber der einzige gewesen sein, der von der Existenz des Brunnens wusste. Dennoch habe er es versäumt, das Loch abzudecken oder zu sichern.

Rettungsarbeiten in Málaga | Bildquelle: REUTERS
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Die Rettungsarbeiten dauerten fast zwei Wochen an, erst dann hatten sich die Helfer mühsam zu dem Kind vorgekämpft.

Dramatische Rettungsversuche

Der zweijährige Junge war im Januar 2019 in der Nähe von Málaga in ein tiefes und extrem enges Bohrloch gestürzt. Die Rettungsversuche hatten fast zwei Wochen lang für internationale Schlagzeilen gesorgt. Mittels eines eigens gebohrten Parallelschachtes hatten sich die Rettungsteams schließlich am 26. Januar mühsam zu dem in 70 Meter Tiefe feststeckenden Kind vorgekämpft. Die Autopsie ergab, dass Julen schon kurz nach dem Sturz an schweren Kopfverletzungen gestorben war.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Januar 2020 um 16:15 Uhr.

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