Menschen in Jerusalem halten während einer Schweigeminute inne | Bildquelle: REUTERS

Holocaust-Gedenken Sirenen, Stillstand, Schweigen

Stand: 12.04.2018 13:03 Uhr

Im ganzen Land heulten Sirenen, zwei Minuten stand das Leben still: Israel hat der sechs Millionen Juden gedacht, die während des Holocaust ermordet wurden. In Polen findet ein Gedenkmarsch statt.

Israel hat der sechs Millionen Juden gedacht, die während des Holocaust von den Nationalsozialisten und ihren Helfershelfern ermordet wurden. Am Vormittag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Fahrer stiegen aus ihren Autos, Fußgänger hielten an und verharrten in stillem Gedenken.

Zahlreiche Israelis nahmen am Mittwochabend an dem Programm "Erinnerung im Wohnzimmer" teil. Dabei erzählen Überlebende oder ihre Nachfahren anderen Israelis in privaten Häusern von Erlebnissen während des Holocaust.

Marsch der Lebenden
tagesschau 15:00 Uhr, 12.04.2018, Olaf Bock, ARD Warschau

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Netanyahu warnt den Iran

Bei der offiziellen Eröffnungszeremonie richtete der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Mittwochabend in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem warnende Worte an den Iran. "Ich habe eine Botschaft an die iranischen Herrscher: Stellt die Entschlossenheit des Staates Israel nicht auf die Probe."

Netanyahu verglich das internationale Atomabkommen mit dem Iran mit dem Münchner Abkommen von 1938. Frankreich und Großbritannien hatten damals zugestimmt, dass Nazi-Deutschland sich die Sudetengebiete einverleibt. "Es gibt jene, die sich - wie in München 1938 - Illusionen machen und glauben, dass dieses Abkommen mit dem mörderischen Regime seine Aggressivität stoppen wird", sagte Netanyahu. "Aber im Verlauf der Geschichte haben wir immer wieder gesehen, wie Abkommen mit solchen Regimen nicht das Papier wert waren, auf dem sie geschrieben standen."

Teilnehmer bereiten sich auf den Start des "Marsches der Lebenden" im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz vor. | Bildquelle: dpa
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Sie sind zu Tausenden aus Israel und aller Welt angereist, um am "Marsch der Lebenden" teilzunehmen: Junge Juden im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz.

"Marsch der Lebenden" in Polen

Auch in Polen wird heute der ermordeten Juden gedacht. Etwa 12.000 junge Juden aus Israel und aller Welt sind zum "Marsch der Lebenden" angereist. Von Holocaust-Überlebenden begleitet, wollen sie den etwa drei Kilometer langen Weg von Auschwitz nach Birkenau gehen, in das größte ehemalige deutsche Konzentrationslager. Laut Veranstaltern ist es die bisher größte Teilnehmerzahl in der 30-jährigen Geschichte des Marsches. Zum Jubiläum der jährlich stattfindenden Prozession werden die israelischen und polnischen Präsidenten Reuven Rivlin und Andrzej Duda erwartet.

Holocaust-Überlebender im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz | Bildquelle: REUTERS
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Der Holocaust-Überlebende Zoltan Matyah zeigt die Nummer, die auf seinen Arm tätowiert ist. Er nimmt auch am "Marsch der Lebenden" teil.

Diskussion um Polens Holocaust-Gesetz

Die Feierlichkeiten werden allerdings von der jüngsten Diskussion um Polens umstrittenes Holocaust-Gesetz begleitet, das zu Jahresbeginn eine diplomatische Krise zwischen Israel und Polens nationalkonservativer Regierung auslöste. Die Regelung sieht Geld- und sogar Haftstrafen für diejenigen vor, die dem polnischen Staat oder Volk "öffentlich und entgegen den Fakten" die Verantwortung oder Mitverantwortung für Verbrechen des Nazi-Regimes zuschreiben. Polen war von 1939 bis 1945 von NS-Deutschland besetzt.

Holocaust-Gedenktag in Israel
Tim Aßmann, ARD Tel Aviv
12.04.2018 14:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2018 um 15:00 Uhr.

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