US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: AFP

Spannungen am Golf Trump droht Iran mit Vernichtung

Stand: 20.05.2019 07:29 Uhr

In Bagdad schlägt eine Rakete ein - wer sie abgefeuert hat, ist unklar. US-Präsident Trump warnt den Iran mit scharfen Worten: "Wenn der Iran kämpfen will, wird das das offizielle Ende des Iran sein."

Inmitten verstärkter Spannungen in der Region ist in der irakischen Hauptstadt Bagdad ein Raketenangriff auf die stark gesicherte Grüne Zone verübt worden. Eine Katjuscha-Rakete sei am Sonntag in dem Gebiet niedergegangen, habe aber niemanden verletzt, teilten die irakischen Sicherheitskräfte mit.

Was genau das Ziel der Rakete war, wurde nicht mitgeteilt. Auch wer den Raketenangriff verübte und warum, blieb unklar. Die Grüne Zone ist durch Betonmauern und Stacheldraht gesichert. Dort befinden sich die Sitze von Regierung und Parlament sowie zahlreiche Botschaften westlicher Staaten.

Scharfe Worte von Trump

Wenige Stunden nach dem Zwischenfall warnte Donald Trump Teheran scharf vor einem Krieg: "Wenn der Iran kämpfen will, wird das das offizielle Ende des Iran sein. Bedrohen Sie die USA nie wieder!", schrieb Trump auf Twitter.

USA ziehen Personal aus dem Irak ab

Auch die saudische Regierung warnte den Iran vor einer Eskalation. "Das Königreich Saudi-Arabien will keinen Krieg in der Region und strebt das nicht an ... aber zur selben Zeit, wenn die andere Seite den Krieg wählt, wird das Königreich dies mit aller Kraft und Entschlossenheit bekämpfen und es wird sich, seine Bürger und seine Interessen verteidigen", sagte der Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, Adel al-Dschubair.

Dschawad Sarif spricht mit Journalisten in Brüssel | Bildquelle: dpa
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Es gebe "wirklich keine Kriegsgefahr", betont Irans Außenminister Sarif.

Irans Außenminister sieht keine Kriegsgefahr

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zeigte sich überzeugt, dass weder die USA noch ein anderes Land Krieg mit dem Iran wollten und wagten. Sarif versicherte, er sehe keine wirkliche Kriegsgefahr. Er sei sich dessen sicher, "weil weder wir einen Krieg wollen noch irgendjemand die Illusion hat, dass sie dem Iran in der Region entgegentreten können", sagte der Chefdiplomat zum Abschluss einer China-Reise der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Seitdem die USA vor einigen Wochen Kriegsschiffe und Bomber in die Region geschickt hatten, nimmt die Sorge über einen bewaffneten Konflikt zu. Zuletzt teilte die US-Regierung mit, sie habe alle nicht unbedingt erforderlichen Mitarbeiter aus ihrer Botschaft in Bagdad sowie den Konsulat in Erbil abgezogen. Die Schritte wurden mit einer nicht näher begründeten "unmittelbaren Bedrohung" durch den Iran erklärt. Zudem verschärfte sie die gegen Teheran verhängten Sanktionen. 

Der Iran hatte seinerseits am ersten Jahrestag der Kündigung des Atomabkommens durch Trump angekündigt, dass er bestimmte Bestimmungen der Vereinbarung nicht mehr einhalten werde. Auch kündigte das Land an, weitere Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Mitunterzeichner ihm nicht binnen 60 Tagen entgegenkommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2019 um 07:00 Uhr.

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