Polizisten rennen durch eine Straße bei Zusammenstößen mit Demonstranten.  | Bildquelle: dpa

Hongkong-Aktivisten "Polizeistaat mit Polizeigewalt"

Stand: 22.09.2019 05:30 Uhr

Erneut ist es in Hongkong zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mehrere bekannte Aktivisten erheben nun schwere Vorwürfe gegen die Regierung.

Bekannte Hongkonger Demokratieaktivisten haben die Polizei und die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone massiv kritisiert. Am Rande eines Besuchs mehrerer Aktivisten in Washington sagte Joshua Wong im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, Hongkong habe sich "von einer modernen globalen Stadt in einen Polizeistaat mit Polizeigewalt" verwandelt. Auch die Popsängerin Denise Ho sprach von einem "Polizeistaat". 

Polizisten stehen hinter einer Feuerbarrikade während einer Demonstration. | Bildquelle: dpa
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Brennende Barrikaden: Immer wieder kommt es in Hongkong zu Zusammenstößen mit Demonstranten.

Die Regierung verstecke sich hinter der Polizei und lehne es ab, eine Lösung für die Krise zu finden, sagte Ho. Der Aktivist Brian Leung warf Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam vor, die Polizei für ihren persönlichen Machterhalt zu nutzen. Die Regierung missbrauche ihre "öffentliche Macht, um die Menschen zu quälen und sie zum Schweigen zu bringen", sagte Leung.

Erneut Auseinandersetzungen bei Protesten in Hongkong
tagesschau 17:15 Uhr, 22.09.2019

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Zusammenstöße am Samstag

Am Samstag hatte es bei Protesten in Hongkong erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Demonstration in Tuen Mun nahe der Grenze zu Festlandchina hatte zunächst friedlich begonnen. Vor einem Regierungsgebäude riss eine kleine Gruppe von Demonstranten dann eine chinesische Fahne herunter und verbrannte sie. Die Spannungen nahmen schnell zu, nachdem ein Einsatzkommando der Polizei einen Park stürmte, in dem sich viele Demonstranten versammelt hatten. Dabei gab es eine Reihe von Festnahmen.

Proteste dauern seit Monaten an

Wong ist nach eigenen Angaben einer von insgesamt rund 200 Aktivisten, denen im Zusammenhang mit den Protesten der Prozess gemacht werden soll. Seit Beginn der Proteste vor mehr als drei Monaten wurden rund 1500 Menschen festgenommen, laut Wong befand sich darunter auch ein Zwölfjähriger. 

Die seit mehr als drei Monaten andauernden Proteste in Hongkong hatten sich anfangs gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festlandchina vorsah. Unter dem Druck der Demonstranten zog die Hongkonger Regierung das Gesetz komplett zurück.  Mittlerweile richten sich die Proteste aber generell gegen die pekingtreue Führung in Hongkong und die Beschneidung der Bürgerrechte. Die Demonstranten fordern unter anderem den Rücktritt von Regierungschefin Lam, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. September 2019 um 09:00 Uhr.

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