Mehrere tausend Menschen demonstrierten gegen den G7-Gipfel in Biarritz. | Bildquelle: REUTERS

G7-Gipfel Tausende Teilnehmer bei Protestzug

Stand: 24.08.2019 19:40 Uhr

15.000 Menschen haben gegen den heute beginnenden G7-Gipfel demonstriert. Der Protestzug verlief friedlich. Am Abend kam es jedoch zu Ausschreitungen. Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Mehrere tausend Menschen haben in der Nähe des französischen Badeorts Biarritz an einer Demonstration gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen teilgenommen. Die Veranstalter sprachen von 15.000 Teilnehmern, die Polizei geht von 9000 aus.

Die Teilnehmer zogen vom südfranzösischen Handye ins vier Kilometer entfernte Irún im spanischen Baskenland. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief die Gipfelgegner zur konstruktiven Mitarbeit auf. "Wir werden mit den großen Herausforderungen nicht fertig, wenn wir nicht zusammenarbeiten."

Mehrere tausend Menschen demonstrierten gegen den G7-Gipfel in Biarritz. | Bildquelle: REUTERS
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Mehrere tausend Menschen demonstrierten friedlich gegen den G7-Gipfel.

Ausschreitungen nach friedlichem Protestzug

Der Protestzug verlief friedlich. Unter den Teilnehmern waren neben Kapitalismuskritikern, Umweltschützern und Globalisierungsgegnern auch einige "Gelbwesten", die sich besonders gegen die Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron richten.

Die Demonstration bildete den Abschluss eines Protestcamps, das ein Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen eingerichtet hatte. In den vergangenen Tagen fanden hier Konferenzen und Workshops zu unterschiedlichen Themen statt.

Am frühen Abend kam es dann bei einer ungenehmigten Demonstration von hunderten Gipfel-Gegnern in Bayonne, unweit von Biarritz, zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, nachdem aus den Reihen der Demonstranten Steine geflogen waren, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Der Gipfel wird von rund 13.000 Sicherheitskräften gesichert.

In Bayonne, unweit von Biarritz, kam es bei einer nicht genehmigten Demonstration zu Ausschreitungen. | Bildquelle: AFP
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In Bayonne, unweit von Biarritz, kam es bei einer nicht genehmigten Demonstration zu Ausschreitungen.

Zusammenstöße am Freitagabend

Bereits am Freitag war es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. In Urrugne - etwa 20 Kilometer von Biarritz entfernt - wurden laut Medienberichten vier Polizisten durch Feuerwerkskörper leicht verletzt. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Die Nachrichtenagentur AFP schrieb, dass Dutzende Demonstranten versucht hätten, in Richtung der Autobahn zwischen Biarritz und der spanischen Grenze vorzudringen. Sie wurden von Polizisten zurückgedrängt, dabei wurden die Beamten nach Polizeiangaben mit Gegenständen beworfen.

Zudem wurden drei junge Deutschen wegen geplanter Gewalttaten zu Haftstrafen von zwei bis drei Monaten verurteilt. Nach Behördenangaben waren die Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren an einer Autobahn-Mautstelle bei Biarritz festgenommen worden. In ihrem Auto fanden Polizisten eine Tränengasgranate, Sturmhauben, einen Eispickel sowie laut Staatsanwaltschaft Dokumente "der extremen Linken". Den Ermittlern sagten die Deutschen, sie seien nicht auf dem Weg nach Biarritz, sondern zum Campen nach Spanien.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. August 2019 um 18:00 Uhr.

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