Carlos Ghosn | Bildquelle: AFP

Ausreisesperre für Automanager Ghosn darf Libanon nicht verlassen

Stand: 09.01.2020 12:38 Uhr

Der ehemalige Automanager Ghosn darf den Libanon vorerst nicht verlassen. Grund ist ein Internationaler Haftbefehl, den Japan erwirkt hat. Ghosn war zuvor versteckt in einer Holzkiste aus Tokio geflohen.

Die libanesische Justiz hat gegen den ehemaligen Nissan-Chef Carlos Ghosn eine Ausreisesperre erlassen. Das entschied die Generalstaatsanwaltschaft in Beirut nach einer Anhörung. Zuvor hatten japanische Behörden einen internationalen Haftbefehl gegen den 65-Jährigen erwirkt.

Kurz vor Jahreswechsel hatte sich Ghosn aus Japan abgesetzt und war auf spektakuläre Weise in den Libanon geflohen - in einer Holzkiste, die von ehemaligen amerikanischen Elitesoldaten in einem Privatjet transportiert wurde. In Japan droht Ghosn ein Prozess unter anderem wegen des Vorwurfs, Firmenkapital zweckentfremdet und private Verluste auf Nissan übertragen zu haben.

Der 65-Jährige war nahezu zeitgleich mit seinem Sturz als Chef der Autobauer-Allianz Nissan/Renault im Herbst 2018 von japanischen Behörden festgesetzt und angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in Tokio beschuldigt ihn, Gelder in zweistelliger Millionen-Dollar-Höhe schwarz kassiert, veruntreut und unterschlagen zu haben. Ghosn bestreitet jegliche Verfehlungen.

Drei Pässe

Der Manager, der die libanesische, die französische und die brasilianische Staatsengehörigkeit besitzt, werde seinen französischen Pass an die libanesischen Behörden übergeben, berichten Medien. Der Anwalt von Ghosn erklärte, sein Mandant sei "sehr zufrieden mit den juristischen Entwicklungen" in seinem Fall.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Januar 2020 um 12:52 Uhr.

Darstellung: