Kinder beten während einer Gedenkzeremonie am Kenotaph für die Opfer des Abwurfs der US-Atombombe auf die japanische Großstadt vor 73 Jahren. | Bildquelle: dpa

73 Jahre danach Hiroshima gedenkt der Atombomben-Opfer

Stand: 06.08.2018 10:34 Uhr

Am 6. August 1945 warfen die USA eine Atombombe über Hiroshima ab. Bei der Gedenkfeier hielt der Bürgermeister der japanischen Stadt ein Plädoyer für eine atomwaffenfreie Welt.

73 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima hat die Stadt der 140.000 Toten gedacht. Bürgermeister Kazumi Matsui rief bei einer Zeremonie die Schreckensszenen nach der Explosion am Morgen des 6. Augusts 1945 sowie die erlittenen Qualen der Opfer in Erinnerung.

Er äußerte sich besorgt über den Zuwachs egozentrischer Politik weltweit und warnte vor der Idee der nuklearen Abschreckung. Sie sei eine extreme Bedrohung für die globale Sicherheit. Politische Entscheidungsträger müssten eine Welt ohne Atomwaffen schaffen, sagte der Bürgermeister.

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Atombombenabwurf in Hiroshima 1945

papierlaternen werden in Hiroshima aufs Wasser gesetzt.

Am Abend des 6. August werden in Hiroshima traditionell Papierlaternen auf das Wasser des Motoyatu gesetzt, um an die Zerstörung durch den Atombombenabwurf zu erinnern. Dieses Kind hat sie selbst bemalt. | Bildquelle: REUTERS

Schweigeminute um 8.15 Uhr

Rund 50.000 Menschen nahmen an der Zeremonie in Hiroshima teil. Darunter waren neben Einwohnern der Stadt Vertreter aus 58 Ländern. Gemeinsam mit Überlebenden und deren Angehörigen hielten sie um 8.15 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt der Detonation, eine Schweigeminute ab.

Der Gedenktag jährt sich zu einer Zeit, in der das Atomwaffenprogramm Nordkoreas unter besonderer Beobachtung steht. Staatsführer Kim Jong Un erklärte bei einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni, auf eine vollständige nukleare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel hinarbeiten zu wollen. Konkrete Vereinbarungen blieben allerdings aus.

"Welt ohne Atomwaffen"

Matsui sagte auf der Zeremonie weiter, die japanische Regierung müsse mehr für eine atomwaffenfreie Welt tun, indem sie dabei helfe, dass der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft trete. Japan als US-Verbündeter hat das Abkommen trotz seiner Erfahrungen von Hiroshima und Nagasaki nicht unterzeichnet.

Stattdessen sollte sich Japan zu der pazifistischen Verfassung des Landes bekennen und die internationale Gemeinschaft "in Richtung Dialog und Kooperation für eine Welt ohne Atomwaffen" führen, forderte Matsui.

Atombombe Nagasaki: Atombombe "Little Boy" | Bildquelle: picture-alliance / dpa
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Die USA warfen drei Tage nach der Atombombe von Hiroshima eine weitere auf Nagasaki ab. Dort starben weitere 70.000 Menschen. Im Anschluss an den Doppelschlag kapitulierte Japan im Zweiten Weltkrieg.

Symbol für Krieg und Frieden

Hiroshima ist ein weltweites Symbol für Krieg - und für Frieden. Heute ist die Stadt im Westen des Landes eine Metropole mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern. An den Abwurf der Atombombe erinnert der Friedenspark mit der ausgebrannten Kuppel einer Ausstellungshalle.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. August 2018 um 09:00 Uhr.

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