Mehrere Lehrer schießen bei einem Training in Colorado mit ihren Waffen. | Bildquelle: AFP

Nach Amoklauf in Florida Lehrer dürfen bewaffnet unterrichten

Stand: 02.05.2019 11:43 Uhr

Lehrer dürfen laut Gesetz im US-Bundesstaat Florida künftig bewaffnet in den Unterricht. US-Präsident Trump hatte die umstrittene Maßnahme nach dem Amoklauf in Parkland im Jahr 2018 befürwortet.

Das Parlament des US-Bundesstaates Florida hat mit 65 zu 47 Stimmen ein Gesetz verabschiedet, das es Lehrern erlaubt, künftig Waffen im Klassenzimmer zu tragen. Der umstrittene Gesetzestext muss noch vom republikanischen Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnet werden, was als Formalie gilt. Präsident Donald Trump hatte die Vorlage befürwortet.

Mit der Maßnahme sollen Schulmassaker wie jenes in Parkland im Februar 2018 verhindert werden, bei dem ein früherer Schüler 17 Menschen erschossen hatte. Die Befürworter der Waffenerlaubnis argumentieren, bewaffnete Lehrer könnten einen Angreifer schneller stoppen als die Polizei. Bevor Lehrkräfte jedoch im Unterricht eine Waffe mit sich führen dürfen, müssen sie 144 Stunden Training absolvieren.

Das Gesetz zählt zum US-weiten "Guardian-Programm". Treibende Kraft dahinter ist die amerikanische Waffenlobby National Rifle Association (NRA). Einige Bezirke in Florida kündigten bereits an, sich nicht an der Maßnahme zu beteiligen.

Vor der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland haben Schüler und Angehörige Blumen zum Gedenken der Opfer des Amoklaufs im Jahr 2018 niedergelegt. | Bildquelle: AFP
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Nach dem Amoklauf in Parkland im Jahr 2018 haben Schüler und Angehörige der Opfer gedacht.

Kritiker warnen vor noch mehr Waffen

Waffenkritische Organisationen wie die "Moms Demand Action For Gun Sense", die der Milliardär und ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg finanziert, versuchten bis zuletzt, das Gesetz zu verhindern. Sie argumentieren, mehr Waffen würden nicht zu mehr Sicherheit führen.

Die Kritiker befürchten Unfälle mit Schusswaffen an Schulen und sind dagegen, dass Lehrern gewissermaßen Polizeiaufgaben übertragen werden. Außerdem warnen sie davor, dass bewaffnete Lehrer im Falle einer Attacke irrtümlich für den Angreifer gehalten und von der Polizei erschossen werden könnten.

In Washington haben im vergangenen Jahr Tausende Schüler nach dem Amoklauf an der High School in Parkland gegen die Waffengesetze in den USA demonstriert. | Bildquelle: AFP
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In Washington haben im vergangenen Jahr Tausende Schüler nach dem Amoklauf an der High School in Parkland gegen die Waffengesetze in den USA demonstriert.

Nach dem Amoklauf von Parkland wurde bereits beschlossen, dass sich in Florida bewaffnete Mitarbeiter oder Strafverfolgungsbeamte auf Schul- oder Unigeländen aufhalten. Zudem wurde die Altersgrenze beim Waffenkauf von 18 auf 21 Jahre angehoben.

Anmerkung: In einer früheren Version haben wir irrtümlicherweise die Organisation "Moms Demand Action For Gun Sense" als Unterstützer des Gesetzes genannt. Das haben wir korrigiert.

Florida erlaubt bewaffnete Lehrer im Unterricht
Arthur Landwehr, SWR Washington
02.05.2019 14:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 02. Mai 2019 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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