Eine zerstörte Straße in Duma | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Chlorgas-Spuren in Duma

Stand: 06.07.2018 20:48 Uhr

Bei den Kämpfen um die syrische Rebellenhochburg Duma ist im April offenbar Chlorgas eingesetzt worden. Die OPCW fand Spuren davon in Rückständen von Gaszylindern. Bei dem Angriff waren rund 40 Menschen getötet worden.

Die Ermittler der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben im syrischen Duma Spuren von Chlorgas entdeckt. Das geht aus einem Zwischenbericht der Experten hervor, wie die OPCW in Den Haag mitteilte. In Rückständen von zwei Gaszylindern in der damals noch von islamistischen Aufständischen kontrollierten Stadt seien Spuren des Gases nachgewiesen worden. Ein Ermittlerteam hatte mehr als 100 Proben an sieben Orten in Duma gesammelt.

Bei einem Angriff im April in Duma waren rund 40 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Chlorgas gilt als Kampfstoff, der die Lunge schädigt.

Keine Spuren von Nervengas

Spuren von Nervengas wie Sarin hätten die Experten aber nicht gefunden, teilte die OPCW mit.Wann der endgültige Bericht vorgelegt wird, ist noch nicht bekannt. Die OPCW hat bereits mehrfach den Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg nachgewiesen, darunter Senfgas und das Nervengift Sarin.

Sie machte aber keine Angaben dazu, wer die geächteten Chemiewaffen einsetzte. Armee und Rebellen machen sich gegenseitig für deren Einsatz verantwortlich.

Westen machte syrische Regierung verantwortlich

Der Westen hatte die syrische Regierung für den Angriff verantwortlich gemacht. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten auf den mutmaßlichen Angriff mit Chemiewaffen mit Luftangriffen reagiert. Syrien und Russland wiesen die Vorwürfe dagegen zurück.

Duma ist nach der Kapitulation der Rebellen inzwischen wieder unter der Kontrolle der Regierung in Damaskus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juli 2018 um 21:00 Uhr.

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