Hurrikan "Dorian" | Bildquelle: dpa

Hurrikan der höchsten Stufe "Dorian" erschüttert die Bahamas

Stand: 02.09.2019 06:56 Uhr

Abgedeckte Häuser, Sturmfluten, umgeknickte Bäume: Mit voller Wucht hat Hurrikan "Dorian" die Bahamas erreicht. Auch die USA bereiten sich auf die Ankunft des Sturms vor. Große Teile der Küste werden evakuiert.

Hurrikan "Dorian" ist mit Windgeschwindigkeiten von knapp 300 Kilometern pro Stunde auf die nördlichen Bahamas getroffen. Der Wirbelsturm erreichte die stärkste Kategorie fünf. Erste Fernsehbilder von der Inselgruppe südöstlich des US-Bundesstaats Florida zeigten ein Bild der Verwüstung - abgedeckte Häuser, umgeknickte Bäume und dramatische Überschwemmungen.

Hurrikan "Dorian" versetzt Menschen in Alarmbereitschaft
tagesschau 12:00 Uhr, 02.09.2019, Verena Bünten, ARD Washington

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"Dorian" erreichte am Sonntagmittag Elbow Cay auf den Abaco Islands und traf dann nahe Marsh Harbour erneut auf Land. Behörden riefen die Bevölkerung in tief gelegenen Teilen der Insel in letzter Minute auf, sich in Sicherheit zu bringen. Von den Abaco Islands wurden Sturmfluten mit fünfeinhalb bis sieben Meter hohen Wellen berichtet. Hunderte Menschen verbrachten die Zeit in Schulen, Kirchen und anderen Unterkünften. Im nationalen Radiosender "Stimme der Bahamas" sagten Anrufer, sie hätten große Angst vor dem, was in den noch andauernden Nachtstunden geschehen könnte. Einige Teile der Bahamas sind von der Kommunikation abgeschnitten.

Einem Medienbericht zufolge brach Premierminister Hubert Minnis während einer Pressekonferenz in Tränen aus. Er sprach vom "wahrscheinlich traurigsten und schlimmsten Tag meines Lebens". Einige hätten sich nicht in Sicherheit gebracht. "Im westlichen Teil unserer Inseln weigerten sich manche, zu gehen. Ich hoffe, das ist nicht das letzte Mal, dass sie meine Stimme hören." Die Welt solle für die Bahamas beten.

Hurrikan-Spezialist Lixion Avila blickt im National Hurricane Center auf Aufnahmen von Hurrikan "Dorian". | Bildquelle: REUTERS
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Hurrikan-Spezialist Lixion Avila blickt im National Hurricane Center auf Aufnahmen von Hurrikan "Dorian".

"Katastrophale Zerstörung" befürchtet

"Dorian" kam über der Inselgruppe fast zum Stehen: Mit nur noch etwa sieben Kilometern pro Stunde kriecht er nach Westen. Rettungsteams werden deshalb erst am Dienstag ausrücken können.

Das gesamte Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar. Experten des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami warnten, dass "katastrophale Zerstörung" zu befürchten sei. Die Inseln liegen nur knapp über Meereshöhe. Auf Videos von Bewohnern ist zu sehen, wie sich Wasser meterhoch durch die Straßen wälzt. Für die Bahamas ist es der stärkste Hurrikan seit dem Beginn moderner Aufzeichnungen.

Karte: Bahamas mit Elbow Cay auf der Insel Great Abaco
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Die Bahamas zählen insgesamt 700 Inseln. "Dorian" traf zunächst bei Elbow Cay auf Land. Der Sturm bewegt sich nach Westen und soll kurz vor Florida nördlich abdrehen.

Weiterer Kurs noch unsicher

Nach den Bahamas dürfte "Dorian" Kurs auf die Ostküste des US-Bundesstaates Florida nehmen. Auf dem Weg dorthin könnte sich der Sturm am Montag wieder etwas abschwächen, aber selbst dann wäre er immer noch ein extrem gefährlicher Hurrikan. Meteorologen erwarteten, dass "Dorian" am Dienstag vor der Küste Floridas nach Norden abdrehen dürfte, doch trotzdem galt eine Hurrikan-Warnung für weite Teile der Küste.

In jedem Fall drohen bis Mitte der Woche lebensbedrohliche Sturmfluten, heftige Regenfälle und gefährliche Winde, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum erklärte. Schon "eine leichte Abweichung" könnte das Zentrum des Sturms in unmittelbare Küstennähe oder an Land bringen, wie die Meteorologen warnten. Winde können in Hurrikan-Stärke bis zu 75 Kilometer vom Zentrum des Sturms entfernt auftreten.

US-Präsident Donald Trump warnte die Bewohner der Küstengebiete vor den katastrophalen Folgen des Hurrikans. Er sei "einer der größten, die wir je gesehen haben".

Evakuierungen in Florida

Mehrere Orte in Florida ordneten bereits Evakuierungen an. Tief gelegene und hochwassergefährdete Landesteile sowie Wohnwagen von Palm Beach County bis mindestens Daytona Beach an der Ostküste sollen verlassen werden. Der Bundesstaat mobilisierte örtlichen Medienberichten zufolge mehr als 4000 Mitglieder der Nationalgarde.

Die Behörden bereiteten Notfallvorräte wie Trinkwasser, Essensrationen und Generatoren vor. Um Evakuierungen zu erleichtern, wurde die Autobahnmaut zeitweise aufgehoben. Aus anderen Bundesstaaten reisten zudem Hunderte Spezialisten an, die dabei helfen sollen, nach dem Sturm die Stromversorgung wiederherzustellen.

Viele Bürger und Geschäfte nagelten Holzbretter über ihre Fenster und positionierten Sandsäcke an den Außentüren. In manchen Supermärkten gab es kaum mehr große Trinkwasserflaschen zu kaufen.

Auch andere Bundesstaaten räumen Küste

Auch in den nördlich angrenzenden Bundesstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina ist im Lauf der Woche mit heftigen Winden, starken Regenfällen und Überschwemmungen zu rechnen. In South Carolina ordnete Gouverneur Henry McMaster die Evakuierung der gesamten Küstenzone ab Montagmittag an. Von der verpflichtenden Anordnung sind beinahe eine Million Menschen betroffen, viele müssen zum vierten Mal in vier Jahren ihr Zuhause verlassen.

Gouverneur Henry McMaster sagte, er wisse, dass einige Menschen darüber nicht glücklich seien. Aber "wir glauben, wir können jeden am Leben erhalten". Schulen und Behörden in den Gebieten würden geschlossen bleiben. Der Hurrikan sollte dort nicht vor Mittwoch eintreffen.

Auch in Georgia soll die gesamte Atlantikküste geräumt werden. Dies ordnete Gouverneur Brian Kemp an. Die Ansage gelte ab Montagmittag für alle Bewohner östlich eines Autobahnabschnitts der Interstate 95. Seit 2016 ist es das dritte Mal, dass für das gesamte Küstengebiet von Georgia eine Hurrikan-Räumungsanordnung erlassen wurde. An der 160 Kilometer umfassenden Küste leben fast 540.000 Menschen.

Mit Informationen von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Monster-Hurrikan Dorian über den Bahamas
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
02.09.2019 06:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. September 2019 um 05:30 Uhr.

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