Eine Frau hält ein Bild von Novak Djokovic in der Hand. | REUTERS

Streit über Einreise nach Australien Djokovic-Fall wird nicht vertagt

Stand: 09.01.2022 11:58 Uhr

Die australische Regierung wollte den Gerichtstermin zur verweigerten Einreise des Tennisstars Djokovic um zwei Tage verschieben. Der zuständige Richter aber entschied: Montag wird verhandelt.

Ein Antrag der australischen Regierung auf Verzögerung der Gerichtsverhandlung zur Einreiseverweigerung für Tennis-Star Novak Djokovic ist abgelehnt worden. Der Fall soll wie bislang geplant mit Stellungnahmen beider Parteien am Montagvormittag (Ortszeit) fortgesetzt werden, wie aus öffentlichen Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Das Innenministerium hatte beantragt, erst am Mittwoch und damit fünf Tage vor Start des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres an der Reihe sein zu müssen. Dies lehnte Richter Anthony Kelly jedoch ab.

Proteste vor Abschiebehotel

Der Serbe Djokovic kämpft dafür, in Australien bleiben und seinen Titel bei den Australian Open verteidigen zu dürfen. Dem 34-Jährigen war am Mittwochabend die Einreise verweigert worden, weil er aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung zur Befreiung von einer Corona-Impfung hatte vorlegen können. Seitdem hält sich der Weltranglistenerste in einem Hotel für Ausreisepflichtige auf.

Vor dem Abschiebehotel des Sportlers versammelten sich erneut einige Demonstrierende, um gegen das Festhalten von Menschen in der Einrichtung zu protestieren.

Die Djokovic-Seite soll sich am Montag (10.00 Uhr/0.00 Uhr MEZ) zuerst vor Gericht äußern, die Vertreter des Innenministeriums geben ihre Stellungnahme laut Plan um 15 Uhr (5 Uhr deutscher Zeit) ab. Die mündlichen Äußerungen sollen 120 Minuten nicht überschreiten.

Viele Fragen offen

Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic am 16. Dezember 2021 zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden sein soll. Zudem gibt die Seite des 20-maligen-Grand-Slam-Siegers an, dass er deshalb am 30. Dezember vom medizinischen Chef des australischen Tennisverbands eine Ausnahmegenehmigung zur Einreise erhalten habe.

Die Information über eine Corona-Infektion wirft jedoch Fragen auf: Warum hat Djokovic den australischen Behörden die entsprechenden Dokumente nicht direkt bei der Einreise vorgelegt? Warum hat sich Djokovic offenbar am 17. Dezember, also einen Tag nach seiner angeblich bestätigten Covid-Infektion, mit jungen serbischen Tennisspielern getroffen?

Auf mehreren Instagram-Konten sind Bilder zu sehen, auf denen niemand eine Maske trägt. Der serbische Tennisverband postete am 17. Dezember auf Facebook Bilder von dem Treffen der Jugendlichen mit dem Weltranglisten-Ersten.

Australian-Open-Chef würde Djokovic gerne spielen sehen

Craig Tiley, Turnierdirektor der Australian Open, hofft trotz der derzeit verweigerten Einreise noch auf einen Start des Serben beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Er würde den Tennis-Weltranglistenersten "gerne bei den Australian Open spielen sehen", sagte Tiley dem australischen Rundfunk Nine Network.

"Es gab viele gegensätzliche Informationen und wir haben vom ersten Tag an ständig Klarheit gesucht, um sicherzustellen, dass wir erstens das Richtige tun und zweitens, die Spieler ins Land bringen können", sagte Tiley. "Wir werden niemanden beschuldigen. Es gibt viele widersprüchliche Informationen, weil sich die Verhältnisse ändern."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Januar 2022 um 10:00 Uhr.