EU-Parlamentspräsident Sassoli bleibt wegen des Coronavirus in Quarantäne. | Bildquelle: AFP

EU-Parlamentspräsident Sassoli wegen Corona in Quarantäne

Stand: 10.03.2020 12:11 Uhr

EU-Parlamentspräsident Sassoli bleibt 14 Tage dem Sitzungssaal fern. Andere Länder verhängen Reisewarnungen und Hygienekontrollen an den Grenzen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus bleibt EU-Parlamentspräsident David Sassoli zwei Wochen lang in Quarantäne. Die Entscheidung der italienischen Regierung, Sperrmaßnahmen über das ganze Land zu verhängen, hätten auch Auswirkungen auf das Verhalten der italienischen Abgeordneten.

Er habe sich, nachdem er in Italien war, rein vorsorglich entschlossen, die angegebenen Maßnahmen zu befolgen und entsprechend der im Gesundheitsprotokoll angegebenen Empfehlung von 14 Tagen seine Funktion als Präsident von seinem Wohnort in Brüssel aus auszuüben, erklärte Sassoli.

Papst Franziskus hat ungeachtet der Vorgaben der italienischen Regierung unterdessen alle Priester ermuntert, "den Mut zu haben", den betroffenen Menschen beizustehen. Auch sollten sie Ärzte, Pflegekräfte und freiwillige Helfer unterstützen.

Österreich warnt vor Reisen nach Italien

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Österreich eine Reisewarnung für das gesamte italienische Staatsgebiet ausgesprochen. Die Sicherheitsstufe wurde auf die höchste Stufe gesetzt. Die Einreise aus Italien soll weitgehend gestoppt werden. Ausnahmen seien nur mit ärztlichem Attest möglich, kündigte Kanzler Sebastian Kurz an.

Das österreichische Außenministerium legte Reisenden dringend nahe, ins Heimatland zurückzukehren. Reisende in den betroffenen Regionen sollten außerdem größere Menschenansammlungen vermeiden, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Seit Montag sind Direktflüge von und nach Mailand und Bologna ausgesetzt.

Veranstaltungsabsagen in Polen, Tschechien und der Slowakei

Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda will zum Schutz gegen das Sars-CoV-2 genannte Virus auf große Wahlkampfveranstaltungen verzichten. Da diese Veranstaltungen mit Hunderten Teilnehmern meist in geschlossenen Hallen stattfänden, sei die Gefahr eine Verbreitung des Coronavirus hoch, sagte Duda. In Polen wird in zwei Monaten ein neuer Präsident gewählt. An den Grenzen zu Deutschland und Tschechien führte Polen Hygienekontrollen ein.

Auch die Slowakei untersagt Veranstaltungen, um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten. Für die nächsten 14 Tage finden keine Kultur- und Sportveranstaltungen statt, erklärte die Regierung in einer offiziellen Mitteilung.

Gleichzeitig tritt eine Quarantäne für alle Menschen in Kraft, die aus Italien, China, Südkorea oder dem Iran einreisen. In Bratislava und mehreren anderen Regionen des Landes wurden bereits zuvor alle öffentlichen Schulen geschlossen. In der Slowakei gibt es bisher sieben offiziell bestätigte Infektionsfälle.

In Tschechien werden Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern untersagt. Dies gelte von Dienstagabend an, erklärte Ministerpräsident Andrej Babis. Alle Schulen mit Ausnahme von Universitäten würden von Mittwoch an geschlossen.

Japan schnürt Milliardenpaket

Japan stemmt sich mit einem weiteren milliardenschweren Konjunkturpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen des grassierenden Coronavirus. Die Regierung verabschiedete Maßnahmen im Volumen von 8,5 Milliarden Euro zur Unterstützung von betroffenen Unternehmen.

Rund die Hälfte davon wird als zinslose Kredite für kleine und mittlere Firmen bereitgestellt, denen es an finanziellen Mitteln wegen Verkaufseinbußen mangelt. Zudem werden Teilzeitkräften, die in Folge der Schulschließungen ihrer Beschäftigung nicht nachgehen können und sich stattdessen um ihre Kinder zu Hause kümmern müssen, Finanzhilfen von täglich 4100 Yen zur Verfügung gestellt, wie Medien berichteten.

Vor einem Monat hatte die Regierung ein erstes Paket gegen die Viruskrise geschnürt, das Niedrigzins-Kredite über 500 Milliarden Yen für kleine und mittelgroße Unternehmen der Tourismus-Industrie und anderer vom Virus besonders betroffener Branchen beinhaltete.

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